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Tagebuch eines verliebten Idioten OneShot
"

Es war nun drei Jahre her. Drei Jahre, nach dem er den dunklen Lord besiegt hatte. Er konnte sich noch zu gut an die ganzen Geschehnisse erinnern. An den Schmerz, den Verlust, die ganzen Dinge, die man ihm geraubt hatte, aber die er auch gewonnen hatte. So vieles hatte auf seiner Schulter gelastet und nach dem finalen Kampf, hatte er endlich ein Leben gehabt, welches er sich zuvor nicht einmal vorgestellt hatte.

Nachdem alles mit dem Ministerium abgeklärt gewesen war, hatte sich der junge Held zurückgezogen. Nur seine besten Freunde wussten, wo er sich befand. Sie verstanden, dass Harry erstmal seine Ruhe brauchte und Zeit zum nachdenken, denn einiges war schließlich geschehen.

Und nun stand er hier. Sein erstes und vielleicht letztes Zuhause – Hogwarts. Dumbledore hatte ihm eine Eule geschickt, mit der Bitte, er solle zurückkehren und einem Angebot, was zu verlockend klang. Aber war er bereit dafür? Diese Frage hatte sich Harry oft in den Wochen zuvor gefragt, aber sein Herz schien von Anfang an die Antwort gewusst zu haben, seinen Körper am Ende dort hingetrieben, wohin er gehörte.

Mit einem guten Gefühl, betrat der junge Mann die große Schule und suchte das Büro des Leiters auf. Dort wurde er auch sogleich herzlich begrüßt. Sie klärten die wichtigen Dinge, was seine Stelle als Lehrer anging, bevor sie auch zu den anderen Themen kamen und ein wenig über die Zeit redeten, wo sie sich nicht gesehen hatten. Einiges gab es zu berichten und viel wurde gelacht und einiges an Tee und Gebäck verzehrt. Jedoch wurde ihr wieder sehen unterbrochen, als eine dunkle Gestalt herein kam und mit seinen kühlen, schwarzen Augen die beiden fröhlichen Männer betrachtete.

„Potter.“, kam es nur knapp von Snape.

Harry nickte dem Professor zum Gruß und sein Lächeln wich ihm langsam, aber sicher, von den Lippen. Es war seltsam den anderen wieder zu sehen. Severus war eine große Hilfe im Kampf gewesen und etwas hatte sich in der Zeit, wo sie zusammen gekämpft hatten, verändert. Wie ein Verständnis zwischen den beiden. Etwas tiefes, was nur für sie beide war. Es ließ Harry erschaudern. Er hatte oft an den Mann gedacht und war oftmals zu dem Entschluss gekommen, dass er Snape oftmals falsch eingeschätzt hatte. Dieser war niemals wirklich ein schlechter Mensch gewesen.

Stille herrschte in dem großen Büro, wo eben noch gelacht und geredet wurde. Harry rutschte unruhig auf seinem Sitz herum, während sich die dunklen Augen in seinen Körper bohrten, ihn Hitze verspüren ließen. Er spürte ein zweites Augenpaar auf sich ruhen, welches ihm nur noch mehr Unbehagen bescherte.

„Severus, warum setzt du dich nicht? Harry und ich haben uns grad über alte Zeiten unterhalten.“, kam es plötzlich von Albus, der seine beiden Schützlinge mit funkelnden Augen betrachtete. Oh wie Severus diesen Blick hasste.

„Ich habe kein Interesse, Albus.“, knirschte der angesprochene mit den Zähnen.

„Möchtest du denn wenigstens unseren neuen Lehrer in DADA begrüßen?“, lächelte der alte Zauberer.

Dies schien dann auch die Interesse von dem Zaubertränkemeister geweckt zu haben und dieser sah sich um, konnte aber niemand anderen, als Albus und Harry sehen.

„Wovon sprichst du?“, hakte er misstrauisch nach.

„Von Harry. Ich habe ihn hier her gebeten. Das Schuljahr beginnt in ein paar Wochen und wer wäre besser für diese Stelle geeignet.“, sagte der Schulleiter nur wieder fröhlich und sah ihn mit diesem Blick an.

Severus hob eine Braue und sein Blick wanderte wieder zu Harry.

„Ist das so?“, kam es nur kühl von ihm

Potter würde nun hier sein? Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Drei Jahre hatte man nichts von dem Jungen gehört und nun tauchte er einfach auf und sollte auch noch hier unterrichten? Das war schon recht…unerwartet.

„Ihr beiden habt sicher auch noch viel zu bereden. Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet.“, scheuchte ihn Dumbledore förmlich aus dem Büro.

Harry schluckte schwer und schenkte dem Schulleiter und lächeln, bedankte sich und erhob sich dann auch, verließ hinter Snape das Büro. Sein Professor, oder sollte er jetzt eher sagen Kollege, schien sich nicht sonderlich zu freuen. Aber wann hatte man auch mal diesen Mann freudig gesehen. Harry war verwirrt. Was hatte er auch schon erwartet. Sicherlich keinen grinsenden Snape, der ihn mit offenen Armen begrüßte.

Er sah dem Mann nach, der mit eleganten Schritten sich weiter von ihm entfernte, sicherlich wieder runter, zu seinen Räumen wollte. Aber was sollte er jetzt tun. Es waren noch Ferien und viel war da nicht. Die anderen Lehrer würde er später, beim Essen, treffen und sie begrüßen. Und irgendwie wollte er nicht, dass sich der andere so schnell entfernte.

„Professor Snape.“, rief Harry und eilte ihm nach.

Angesprochener blieb stehen und drehte sich mit gehobener Augenbraue zu ihm um.

„Wie geht es Ihnen? Es ist viel Zeit vergangen, in der wir uns gesehen haben.“, versuchte er es, schenkte dem Angesprochenen ein warmes Lächeln, als er auf ihm zukam, die paar Meter, die sie voneinander trennten, durchbrach.

„Ich wüsste nicht, wieso Sie das interessieren würde, Potter.“

„Kommen Sie schon, Professor. Ich weiß, dass Sie anders sind. Wir haben uns doch auch gut verstanden, bevor ich…na ja Sie wissen schon.“

„Wie immer wortgewandt, Potter.“, grinste Snape schief, was Harry einen gesunden Rotton auf den Wangen bescherte.

Eine Weile standen sie dort und hingen, so wie es aussah, ihren eigenen Gedanken nach. Jeder schien etwas sagen zu wollen, aber beide konnten es anscheinend nicht. Sie sahen sich zeitgleich an und es war wie damals.

„Sie haben sicher schon genug Tee für heute gehabt?“, fragte Severus.

Harry verstand, was dies bedeuten sollte und schüttelte rasch mit den Kopf.

„Nein, ich könnte sicherlich noch eine Tasse verkraften.“, sagte er dann auch und folgte der stummen Einladung des Zaubertränkemeisters und ging ihm nach.

Sie gingen weiter nach unten, bis sie bei einer alten Tür angekommen waren und man hören konnte, wie Snape ein Passwort murmelte und diese aufging. Sie betraten einen wunderschönen Wohnraum, ganz anders, als er sich diesen vorgestellt hatte. Die Möbel waren in einem dunklen Braunton, die Farben hell und freundlich, wenn sich auch hier und da das typische grün einschlich.

„Was stehen Sie hier so rum. Setzen Sie sich.“, holte ihn die dunkle Stimme aus seinen Gedanken heraus.

Rasch begab sich Harry zu der Ledercouch und setzte sich hin. Vor ihnen erschien ein Tablett, mit Gebäck und Tee, welches sie sich dann auch nahmen. Das Feuer im Kamin gab dem Raum einen schönen Effekt, wie Harry feststellen müsste. Es war alles hier so gemütlich. Am liebsten wäre er hier geblieben. Was für ein dummer Gedanke.

„Wie es aussieht, wusste Dumbledore von ihrem Aufenthaltsort?“, wollte Snape nach ein paar Minuten wissen.

„Ja, nur ein paar Leute wussten davon. Ich brauchte Zeit zum nachdenken. Nach all den Geschehnissen…“, seufzte Harry, worauf Snape nur nickte.

Harry nippte an seiner Tasse, dachte nach. Er zögerte. Sollte er es sagen? Es war nie ausgesprochen worden. Er schaute zu dem Mann rüber und seufzte schwer, was wiederum Severus zu ihm schauen ließ. Ihre Blicke trafen sich.

„Ich lag falsch.“, platzte es endgültig aus dem jungen Potter heraus.

„Wie bitte?“

„Ich lag falsch…mit dem, was ich über Sie gesagt habe. Sie haben immer zu uns gehalten und mir geholfen. Ich habe es später erst verstanden. Und das…es…es tut mir Leid. Das wollte ich einfach Ihnen sagen. Damals, vor dem Kampf…ich habe gemerkt, was für ein starker Mann Sie doch sind.“, stammelte Harry, versuchte ruhig zu bleiben. Es war gar nicht so einfach das alles zu sagen, wo er so oft doch darüber nachgedacht hatte.

Kurz konnte man Irritation in Severus Augen erkennen, bevor er wieder zu sich kam und Harry arrogant ansah.

„Wie kommt Ihr plötzlicher Wandel, Potter? Denken Sie, nur weil Sie nun hier arbeiten, müssen Sie mit allen auskommen? Wie nobel von Ihnen. Immer freundlich und stehst bereit anderen zu helfen. Was ein prächtiger Held Sie doch sind.“, höhnte der Mann.

Harry jedoch verdrehte nur genervt die Augen. Wie schwer konnte ein Mensch nur sein. Dieser Mann konnte einen wirklich zum toben bringen.

„Severus-„

„Nennen Sie mich nicht so, Potter.“

„Wie ich sagte, Severus, meine ich es ernst. Sie sind ein einzigartiger Mann. Mutig, elegant, stark. Und wieso sollte ich mich bei Ihnen einschleimen? Wir sind Kollegen, na und? Ich wusste auch schon vorher, was für ein Mann Sie sind. Ich habe meine Meinung über Sie und die wird sich nicht ändern. Auch wenn ich lange dafür gebraucht habe. Ich-„

„Was soll das ganze? Sie konnten mich doch noch nie leiden.“, unterbrach Snape ihn zu zweiten Mal.

„Was reden Sie da? Wir haben uns doch auch vor dem Kampf besser-„

„Uns blieb wohl nichts anders, in dem Moment, übrig.“, kam es nur wieder kalt von dem Mann.

Langsam riss Harry wirklich der Geduldsfaden. Was wollte Snape hier beweisen? Einfach so seine Worte nieder zu machen und so etwas zu behaupten. Sie hatten sich doch wirklich damals besser verstanden.

„Nur zu Ihrer Info, Snape. Ich habe sie vielleicht damals gehasst, aber das ist lange her. Es gibt Leute, die ändern sich und die meinen es auch ernst, aber wieso sage ich ausgerechnet Ihnen so etwas. Sie haben sich nicht einmal geändert. Wie dumm ich war, zu denken, dass Sie mir überhaupt glauben, oder wir auskommen könnten. Ich habe so oft über Sie nachgedacht…ach vergessen Sie es doch.“, redete sich Harry in rage und knallte die Tasse auf den Tisch.

Wie dumm er doch gewesen war. Dieser Mann war so…so…ach verdammt. Er machte ihn einfach nur sauer. Etwas Genugtuung kam in ihm auf, als Snape recht erstaunt zu ihm rüber schaute. Geschah dem doch recht.

„Danke für den Tee.“, schnaufte er und begab sich nach draußen.

Murrend begab er sich nach oben, in seine Räume und packte dort erstmal alles aus. Blöder Snape, dachte er sich nur wieder. Nach fast zwei Stunden hatte er es sich richtig heimisch gemacht und lag auf dem großen Bett, ein altes Buch in der Hand.

Hermine hatte ihm damals den Vorschlag gemacht, ein Tagebuch anzufangen. Viele verarbeiteten damit schlimme Dinge, oder schrieben schöne Erinnerungen auf. Und genau dies hatte er dann auch getan. Es hatte ihm in der schweren zeit auch geholfen und irgendwie hatte er niemals damit aufgehört. Es war schön und gehörte schon fast zu seiner Routine.

Er schlug das Buch auf, blätterte ein wenig herum, bis er zu einer leeren Seite kam und sich einfach den Stift nahm. Nachdem er alles nieder geschrieben hatte, fühlte er sich auch schon besser und klappte das Buch wieder zu. Jetzt hatte er sich richtig über Snape ausgelassen. Dieser alte Miesepeter.

Dann musste er auch schon runter, in den Saal und wurde dort auch schon von allen herzlich begrüßt. Es hatte sich wirklich nicht viel verändert. Er freute sich, alle zu sehen. Sie waren eben, wie seine eigene Familie. Und nun war er endlich wieder Zuhause. Nur einer schien wenig Freude auszustrahlen, aber was sollte er schon erwarten. Fragend sah er Snape an, der sofort den Blick wieder abwandte und zuckte dann nur mit der Schulter. Was interessierte es ihn schon. Harry unterhielt sich dann auch viel lieber mit den anderen Kollegen und tauschte sich ein wenig mit ihnen aus. Ihm entgingen natürlich nicht die zwei dunklen Augen, die ihn hin und wieder beobachteten, aber so wirklich reagierte er nicht darauf. Sollte Snape ihn doch anstarren. Sollte ihm egal sein.

Nachdem sie alle fertig gegessen und auch soweit müde waren, erhoben sie und verabschiedeten sich voneinander. Harry war richtig glücklich und kuschelte sich später wieder in sein Bett. Er war froh, dass man ihn wieder hier her gerufen hatte.

Die nächsten Tage verliefen relativ ruhig. Er traf sich mit Hagrid und Albus, redete hier und da mit den anderen Kollegen. An seinem ersten Wochenende in Hogwarts, besuchten ihn dann auch Ron und Hermine. Sie gingen gemeinsam nach Hogsmead und verbrachten dort ihre Zeit. Schließlich hatten sie sich auch eine weile nicht mehr gesehen. Als er sich nach den zwei Tagen wieder von seinen Freunden verabschiedete, kam eine Eule auf ihn zugeflogen. Erst dachte er, es wäre eine Nachricht von Dumbledore, wurde jedoch eines besseren belehrt, als er das stück Pergament ausrollte und die säuberliche Handschrift von Snape erkannte.

‚Potter, 20 Uhr bei mir im Büro. S. Snape’

Harry lachte, als er dies las. Es war fast so, als würde er Nachsitzen müssen, weil er wieder angeblich etwas angestellt hatte. Kopfschüttelnd rollte er die Nachricht zusammen, gab der Eule zur Belohnung eine Kleinigkeit, bevor diese auch wieder weg flog.

Was Snape wohl von ihm wollte? Er wüsste nicht, was es so wichtiges zu besprechen gab. Aber er war neugierig und wollte unbedingt wissen, was der andere von ihm wollte. Ein wenig aufgeregt war er ja schon.

Als es dann soweit war, sah sich Harry noch einmal kurz im Spiegel an, bevor er sich auch nach unten begab und an der Tür zu Snapes Büro anklopfte und dieses dann betrat. Wie erwartet saß der Mann an seinem Tisch und begrüßte ihn knapp. Harry tat es ihm gleich und setzte sich ihm gegenüber, sah ihn gespannt an.

„Professor, was gibt es wichtiges, dass Sie mich hier her bestellen?“, wollte er dann direkt wissen.

Snape jedoch ließ sich nicht beirren und schenkte ihnen erstmal einen starken Drink in zwei Gläser und reichte eines seinem Gast. Harry war ein wenig verwundert darüber, nahm es aber an und trank einen kleinen Schluck von dem Getränk. Dieses brannte sogleich seine Kehle hinab, was ihm zum husten verleitete.

„Nehmen Sie es wie ein Mann, Potter.“, grinste Severus nur amüsiert und setzte sich wieder hin.

Harry grummelte, stellte das Glas erstmal ab. Er wollte sich gleich nicht noch einmal so blamieren. Viel lieber sah er sich um und versuchte heraus zu finden, was das alles hier sollte. Es war schon komisch, einfach hier her gerufen zu werden und dann mit diesem Mann Alkohol zu trinken. Fast schon als wären sie Freunde, was aber nicht so war.

„Und?“, hakte er wieder nach.

„Und was? Werden Sie ein wenig präziser.“

„Was soll das alles hier?“

„Darf ich nicht einen Kollegen zu mir einladen?“

„Nicht wenn der Kollege der verhasste Held ist.“, konterte Harry mürrisch.

Dies entlockte auch dem Zaubertränkemeister wieder eine Reaktion, indem dieser sein Gesicht genervt verzog.

„Sie scheinen mal wieder alles besser zu wissen, nicht wahr, Potter?“

„Was soll ich schon anderes denken.“, zuckte angesprochener mit der Schulter.

„Ihre kleine Ansprache beim letzten Mal war schon recht imposant. Ich muss gestehen, dass ich mir auch so meine Gedanken gemacht habe.“

Dieses Geständnis brachte Harry schon ein wenig ins wanken. Snape sollte sich über ihn Gedanken gemacht haben? Na das er diesen Tag noch erleben durfte. Das schrie ja schon fast nach dem berühmten Kreuzchen im Kalender.

„Und die da wären?“, wollte er dann aber doch wissen. Bei einem Snape konnte man ja nie ahnen, wie die Gedanken verliefen und was das Ergebnis von diesen war.

„Netter versuch, Potter. Strengen Sie ihr Hirn an.“, grinste Snape nur wieder und erhob sein Glas.

Harry entlockte dies ein Lachen und erhob dann auch sein Glas.

„Dann würde ich wohl sagen, auf uns, Severus.“

„Nennen Sie mich nicht so!“

Es war wirklich komisch, wie die ersten Wochen in Hogwarts verlaufen waren. Harry hatte sich komplett eingelebt und aus einem Treffen mit dem Zaubertränkemeister, waren mehrere geworden. Oftmals saßen sie in dem gemütlichen Wohnraum und tranken gemeinsam etwas. Als sie heraus gefunden hatten, dass sie beide gerne mal Schach spielten, taten sie dies abends, vor dem Kamin. Es entspannte sie beide sehr.

„Wie war deine Woche, Harry?“, fragte Albus, als sie an dem letzten Wochenende, bevor die Schule wieder beginnen würde, gemeinsam am Tisch saßen und aßen.

„Sehr gut, Albus. Ich hatte sehr viel Spaß.“, lächelte Harry.

„Ist das so? Woran liegt das?“, funkelte Albus und sah zu Snape rüber, der sich nichts anmerken ließ. Alter Narr.

„Ich hatte beste Unterhaltung.“, räusperte sich der junge Lehrer und wandte sich seinem Essen wieder zu.

„Das ist schön. Ein wenig Freude im Leben hat jeder verdient.“, sagte er fröhlich und ließ es dann auch auf sich beruhen.

Später, unten bei Snape, saßen die beiden wieder vor dem Kamin, dass Schachbrett vor ihnen aufgebaut. Harry dachte kurz über Albus Worte nach. Es war klar, wen dieser damit gemeint hatte. Und er konnte da nur zustimmen. Wann hatte Severus mal etwas Erfreuliches in seinem Leben gehabt. Wenn er ihm dies wirklich geben konnte, wäre er mehr als bereit.

„Es macht Spaß. Also hier bei dir zu sein.“, sagte Harry, als er wieder mal verloren hatte und stärkte sich mit einem kleinen Drink.

„Sind wir schon per Du.“, hob Severus eine Braue an.

„Komm schon. Wie lange kennen wir uns schon? Und außerdem sind wir doch jetzt so was wie Freunde.“

„Nur weil wir Schach spielen, Potter, heißt das noch lange nichts.“

„Harry.“

„Wie?“

„Streng dein Hirn an, Severus.“, lächelte er freundlich.

„Sie sollten jetzt besser gehen.“

Harry sah den Mann vor sich verwundert an, stand dann aber auf. Er wusste nicht, was nun los war, oder wieso Snape wieder so angespannt zu sein schien, aber er wollte jetzt auch nicht nachfragen und vielleicht am Ende noch alles schlimmer machen.

„Du bist mein Freund. Ich vertraue dir.“, sagte er, als er an der Tür angekommen war.

Snape lachte nur trocken und schüttelte den Kopf.

„Sie sind nicht ganz bei sich, Potter.“

Harry lag später noch lange wach, dass alte Tagebuch vor ich aufgeschlagen. Was war nur los. Konnte Snape nicht einfach seine Freundschaft akzeptieren? Oder glaubte er ihm etwa nicht? Das er überhaupt so etwas gesagt hatte. Vielleicht war er wirklich nicht ganz bei sich gewesen. Aber wenn er wieder darüber nachdachte, kam er nur zu einem Entschluss – Er vertraute Snape und wollte diese Freundschaft. Sie sollten endlich von all den Sachen, die damals vorgefallen waren, absehen und weiter leben.

Am nächsten Tag kamen alle Schüler wieder nach Hogwarts und alle waren in dem großen Saal versammelt. Nach einer kleinen Rede von Dumbledore und der Ankündigung, des neuen Lehrers, erschien ein festlichen Mahl auf den Tischen und sie füllten ihren Magen. Harry war etwas unruhig. Nicht nur, dass er am nächsten Tag schon unterrichten würde, nein, er war auch wegen Snape beunruhigt, der nicht einmal zu ihm geschaut hatte, oder ihn überhaupt an diesem Tag Beachtung geschenkt hatte.

Nachdem die Schüler zu ihren Häusern gegangen waren, machte sich Harry auf den Weg nach unten, klopfte bei Snape an. Er klopfte und klopfte, aber niemand gab ihm eine Antwort. Nach ein paar Minuten fluchte Harry leise. Was machte er hier eigentlich. Das war doch lächerlich. Wer wusste schon, was schon wieder in diesem alten Mann vor sich ging. Er jedenfalls verstand es nicht und entfernte sich lieber wieder, bevor ihn noch jemand von Slytherin sah. Grad, als er sich ein paar Meter von der Tür entfernt hatte, wurde diese aufgerissen und ein nicht grad freundlich drein schauender Snape schob seinen Kopf durch den Spalt heraus.

„Was ist?“, blaffte er, verursachte Harry vor Schreck fast an die Decke zu gehen.

„Ah Sev…ich meine Professor Snape. Ich wollte nur…ich meine…ich dachte, Sie hätten vielleicht lust, eine runde Schach zu spielen.“, sagte er hastig.

„Sie erstaunen mich immer wieder mit ihrem fehlenden Talent, Sätze ordentlich zu bilden, Potter.“

Harry seufzte. Es war auch immer das gleiche. Aber das mochte er ja auch so an ihm, erinnerte eine kleine Stimme ihn daran. Irritiert schüttelte er den Kopf. Jetzt war er aber wirklich nicht mehr ganz bei der Sache.

„Schon gut.“, winkte er ab und wollte nur noch weg, kam aber auch beim zweiten Mal nicht sonderlich weit.

„Jetzt kommen Sie schon rein, Potter. Ist ja schlimm mit Ihnen.“, kam die genervte Stimme des Zaubertränkemeistern, die ihn äußerst charmant herein bat.

Harry, der schon hatte einfach verschwinden wollen, sah ihn eine Weile einfach an, bis es in seinem Kopf klick machte und er sich rasch wieder zur Tür und schließlich ins Innere begab. Er setzte sich an seinen gewohnten Platz und lächelte sachte, als sein Professor an ihm förmlich vorbei geschwebt kam, um ihnen etwas zu trinken zu holen. Nicht lange und sie hatten beide ein Glas und das Schachbrett war vor ihnen aufgebaut. Keiner von beiden sagte etwas. So verging auch ihr Abend und nach dem vierten Spiel und einiges an Getränken, streckte sich Harry und sah das erste Mal wieder so richtig zu dem Mann, der ihm gegenüber saß.

„Ich sollte jetzt gehen. Es ist spät und wir beide müssen Morgen unterrichten.“, sagte er, unterdrückte ein gähnen.

Angesprochener nickte nur und schien auch nichts sagen zu wollen. Harry seufzte leise und erhob sich dann, zögerte jedoch.

„Also dann…Gute Nacht. Es hat wirklich viel Spaß gemacht.“, lächelte er, wurde nur wieder mit einem nicken belohnt.

Harry gab es auf und ging dann auch zur Tür, wollte heraus, hoch zu seinem Bereich, als ihn aber jemand stoppte.

„Potter. Ich bin nicht für eine Freundschaft gemacht. Bilden Sie sich nichts ein.“

Der junge Mann drehte sich wieder herum und grinste schief.

„Es ist zu spät, Snape. Wir sind schon längst Freunde.“, waren seine letzten Worte, bevor er heraus ging und die Tür hinter sich schloss.

Harry hatte eigentlich vorgehabt, direkt ins Bett zu gehen, saß aber noch lange wach dort und schrieb in sein heiß geliebtes Buch. Nun war er schon gut einen Monat hier in Hogwarts und es hatte sich schon viel verändert. Snape und er…Freunde. Wenn Ron das alles lesen würde, was er dachte und fühlte. Er vertraute wirklich diesem Mann und er wollte diese Freundschaft. Wenn sich einer bewiesen hatte, dann Snape und ein wenig, wenn er mal so darüber nachdachte, sah er zu ihm auf und bewunderte ihn. Mehr als das. Severus war ein großartiger Mann. Wer etwas anderes behauptete, war ein Narr.

Seufzend klappte er wieder das Tagebuch zu und legte es unter sein Kopfkissen. Innerlich freute Harry sich schon auf den nächsten Tag und alles, was auf ihn zukommen würde. Und ein bisschen auf Snape. In Wahrheit bekam er dann am Ende mehr, als nur ein bisschen Snape. Es war wirklich eine kleine Routine von ihnen beiden geworden, dass sie sich abends unten trafen und eine Runde Schach spielten. Hier und da wurde geredet, über Schüler und allgemeine Themen. Harry fand das alles sehr entspannend und konnte sich es schon gar nicht mehr anders vorstellen. Snape hatte, nach der einen Nacht, wo Harry ihm gesagt hatte, dass sie schon längst Freunde waren, nicht ein Wort mehr darüber verloren, was aber Harry so hinnahm. Es würde sowieso seine Einstellung nicht verändern.

Es hatte sich wirklich viel verändert, in der Zeit, in der er wieder in Hogwarts war. Die Kollegen bemerkten dies auch. Wer hätte auch gedacht, dass die beiden Männer eines Tages am Tisch sitzen würden und sich grüßten, freundlich miteinander umgingen. Aber das war auch das Einzige, was man von ihnen zu sehen bekam. Bis auf ihre kleinen Treffen, gingen sie sich soweit aus dem Weg. Das war jedoch, bis zu dem Tag, an dem ein Hogmeads Wochenende war und die beiden für das Aufpassen eingeteilt worden waren.

Freude machte sich in Harry breit, als er davon hörte und machte sich fast schon wahnsinnig, als er sich an dem Morgen fertig machte. Immer wieder zupfte er an seinen Haaren und Kleidung. Es sollte einfach alles passen. Genervtes Grollen entkam ihm. Was machte er da nur wieder. Das war ein dummer Tag, an dem er nur auf Schüler aufpassen sollte. Ein wenig herum laufen und vielleicht hier und da ein Geschäft anschauen. Ein Tag mit Snape, sagte eine kleine Stimme in seinem Innersten. Er würde zum ersten Mal das Schloss mit dem Mann verlassen und etwas mit ihm unternehmen. Wenn man mal von den Schülern absah, war es schon recht prickelnd.

Seufzend zog er sich seinen Mantel an und huschte nach unten. Langsam musste er sich beeilen. Unten waren schon die Kinder, die eifrig miteinander redeten und etwas abseits, eine dunkle grimmige Gestalt, die Harrys Herz auf einmal zum springen verleitete. Na nu…komisch. Kopfschüttelnd schritt er auf ihn zu und lächelte.

„Bereit, Severus?“, fragte er und bekam nur ein genervtes grummeln von dem anderen.

Er wandte sich erstmal von dem Mann ab und bat um die Aufmerksamkeit der Schüler, erklärte ihnen dann alles und machte sie auf verschiedene Regeln und sonstiges aufmerksam. Danach ging es auch schon los und sie machten sich auf den Weg nach unten. Harry schlurfte neben Severus her und sah immer wieder zu dem anderen rüber. Das war seltsam gewesen. Noch nie hatte er so auf den anderen reagiert. Er hatte sich gefreut, dachte andauernd an ihn, aber so.

„Habe ich etwas im Gesicht, Potter?“, holte ihn eine mürrische Stimme aus seinen Gedanken.

„Wie? Nein, nein…ich habe nur nachgedacht.“, winkte er schnell ab und sah nach vorn.

„Das muss ja was sehr wichtiges gewesen sein.“

Wieder herrschte Stille zwischen ihnen beiden und so vergingen die Minuten, bis sie in Hogsmead angekommen waren. Die Kinder stürmten zu den Läden und bestaunten etwas, kauften hier und da ein paar Dinge. Nur zwei Leute blieben zurück und standen schon fast, als wären sie fehl am Platze, dort.

„Wollen wir uns nicht auch ein wenig umschauen?“, schlug Harry vor, konnte langsam dieses schweigen nicht mehr ertragen.

„Ich weiß ja nicht, was Sie vorhaben, aber ich werde jetzt gehen.“, rümpfte Snape nur die Nase und ging dann auch los.

Harry klappte der Mund auf und er sah dem Mann hinterher. Was sollte das denn jetzt schon wieder. Er konnte ihn doch hier nicht einfach so zurücklassen. Rasch begab er sich auch auf den Weg und folgte dem Zaubertränkemeister einfach. Als dieser einen recht seltsamen Laden betrat, sah er erstmal, was sich dahinter verbarg und verdrehte nur die Augen, als er den Namen las. Natürlich. Ein Zaubertränkeladen. Wie hätte es auch anders sein sollen. Seufzend betrat er dann auch den Laden und sah sich ein wenig um. Als er dann endlich Severus entdeckt hatte, kam er auf ihn zu.

„Musst du so schnell verschwinden? Hättest ja auch mal auf mich warten können.“, beschwerte er sich, was Severus veranlasste, zusammenzuzucken. Ha! Hatte er ihn wohl erschreckt. Dies zauberte dann ein schiefes Grinsend auf Harrys Lippen.

„Potter.“, zischte Angesprochener und fischte sich hier und da Zutaten, die nicht grad sonderlich angenehm aussahen, aus dem Regal.

„Das ist mein Name. Aber das erklärt nicht, wieso du mich einfach dort hast stehen lassen. Wir wollen doch heute etwas zusammen unternehmen.“

„So? Wollen wir das? Schade nur das ich diese kleine Information bis gerade eben versäumt habe.“

Harry verdrehte nur wieder die Augen und sah sich einfach alles an und klebte an den Versen des Mannes. Als dieser dann entnervt zur Kasse trottete, wartete er brav an der Tür und hielt diese ihm auf, als sie gemeinsam dann den Laden wieder verließen.

„Du wirst mich nicht in Ruhe lassen.“, kam es trocken von Snape, der schon merkte, was sein Schicksal des heutigen Tages sein würde.

Harry lachte nur und klopfte Snape auf die Schulter.

Sie gingen eine Weile durch die Straßen, bis Snape wieder einen Laden ansteuerte und diesen schließlich betrat. Harrys Interesse war nun auch geweckt und er stöberte durch die Regale, die einige interessante Bücher enthielt. Hier und da blätterte er eines der dicken Bücher durch und verschaffte sich auch mal eine kleine Leseprobe. Am Ende hatte er dann zwei Bücher, die er bezahlte und wartete auf Severus, der dann auch kam.

„Und was machen wir jetzt?“, fragte Harry neugierig.

„Ich befürchte es gibt hier kein wir.“

„Jetzt sei doch nicht so. Wir haben noch viel Zeit und ich denke, du wirst ja schon das meiste zusammen haben. Wieso gehen wir nicht einfach etwas trinken?“, schlug er dann vor und schnappte sich einfach Severus Hand, die sich auf eine unheimlicher Art und Weise gut in seiner eigenen anfühlte. Den Gedanken wegschiebend, zog er einfach seinen Kollegen hinter sich her und betrat darauf auch schon ‚Die drei Besen’. Ein paar Schüler, die sich hier versammelt hatten, sahen die beiden neugierig an und tuschelten direkt, als sie sahen, wie die beiden das Wirtshaus betreten hatten.

Harry, der gar nicht mehr an ihre verbundenen Hände dachte, ging auf einen freien Tisch zu und erst das Räuspern des anderen, ließ ihn wieder zu diesem schauen. Snape sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an und entzog ihm schließlich wieder die Hand, was Harry rot werden ließ.

„Setz dich doch.“, sagte er verlegen und ließ sich auf einen der freien Stühle nieder.

„Wie immer schaffst du es, einen gekonnten Auftritt hinter dich zu bringen, Harry.“

Harry wollte sich schon beschweren, als er aber merkte, wie ihn Snape genannt hatte und das auch noch hier, wo sie alle hören konnten. Baff sah er den Mann vor sich an und seine Wangen schimmerten rot. Sein Herz machte schon wieder diese dummen Sprünge, wie an dem Morgen, als er nach unten gegangen war, wo schon Severus auf ihn gewartet hatte.

„Ich mag es.“, platzte es aus ihm heraus.

„Was? Aufsehen zu erregen?“

„Nein, nein…ich meine…wenn du meinen Namen sagst.“

Dies veranlasste sogar Snape dazu, dass dieser für einen kurzen Moment sprachlos war. Noch solch ein Moment, den Harry sich zuvor nicht erträumt hatte. Aber grad nicht etwas, worüber er nun groß nachdenken konnte. Wo er der Jenige war, der dies veranlasst hatte und auf welche Art.

„Harry.“, purrte der düstere Mann fast schon, was Harry einen Schauer verspüren ließ.

Mit strahlend grünen Augen blickte er Snape vor sich an und konnte den Blick einfach nicht abwenden. Er war wie gefangen und nichts und niemand konnte ihn mehr retten. Die schwarzen Augen verzauberten ihn. Sie waren so mysteriös und tief, als könne der darin ertrinken. Oh und er fühlte sich wirklich wie ein Ertrinkender. Selbst die lauten Geräusche, um ihnen, bekam er nicht mal mehr mit. Es gab nur noch sie beide. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht, aber wann war es schon mal in seinem Leben normal gewesen. Nichts war normal und der Norm entsprechend und grad wollte er es auch gar nicht anders.

„Was schaust du denn so, Harry?“, kam wieder die sinnliche Stimme.

„Ich…also…“, stammelte er, als auf einmal eine Kellnerin zu ihnen kam und sie fragte, was sie denn haben wollten.

Von einer Sekunde auf die andere, war der Moment zerstört und Harry kam wieder in der Realität an. Ärgerlich sah er zu der Frau hoch, auch wenn sie nicht wirklich was dafür konnte. Er sagte ihr rasch, was er wollte und verzog düster das Gesicht. Was war das grad gewesen? Es war ja schon fast so, als ob Snape mit ihm geflirtet hätte. Als er zu diesem rüber sah, saß Severus nur strack dort und ließ sich nichts anmerken.

„Es ist wirklich schön hier.“, sagte er, wollte nicht, dass sie wieder in Schweigen verfielen. Aber Severus schien es wohl anders zu sehen und nickte nur. Ihre Getränke kamen dann auch und Harry fummelte nervös an dem Glas herum, nahm hier und da einen Schluck zu sich.

„Komm schon Severus. Du kannst mich nicht ewig anschweigen.“, jammerte er irgendwann, konnte es einfach nicht mehr aushalten.

„Nicht?“, kam dann doch endlich eine richtige Antwort, wenn man es denn so nennen wollte.

„Spiel nicht mit mir.“

„Wenn ich mit dir spielen würde, sähe dies ganz anders aus.“

Blöder Kerl, dachte sich Harry. Was sollte das schon wieder heißen. Seine Gedanken hatten da schon so manche Vorstellungen, was spielen mit Severus bedeuten könnte. Wo diese schon wieder herkamen, wusste er selber nicht. Sein Gehirn funktionierte sowieso schon lange nicht mehr so, wie es das eigentlich tun sollte.

„Sehr witzig.“, meckerte er nur und trank schnell noch etwas, da sich sein Hals schon recht trocken anfühlte.

Ihr Nachmittag verging dann auch recht ruhig und später trafen sie sich mit den Kindern am vereinbarten Punkt, damit sie auch wieder zurückgehen konnten. Danach gab es auch schon Abendessen in Hogwarts und sie waren alle in der großen Halle versammelt. Harry dachte über ihren kleinen Ausflug nach und grinste blöde sein Essen an. Seine Kollegen schienen dies zu bemerken und meinten nur, dass sie sich freuten, da ihr Freund solch eine gute Laune hatte und woher diese denn überhaupt kam. Harry räusperte sich und wollte schnell vom Thema ablenken, murmelte nur etwas von Ausflug und das sie viel Spaß gehabt hatten. Snape schien dies auch mitbekommen zu haben und schenkte ihm einen seltsamen Blick.

Nachdem die Halle so langsam wieder leerer wurde, erhob sich auch Harry und hechtete dem Zaubertränkemeister, der schon zuvor aufgestanden war, hinterher, damit er ihn noch aufholen konnte. War dies getan, lief er neben ihm schweigend her, was dieser auch zu akzeptieren schien. Sie betraten gemeinsam die Räumlichkeiten von Severus und setzten sich an ihren gewohnten Platz.

Mit einem schwenk von Severus Zauberstab, flogen zwei Gläser und eine gute Flasche Feuerwhiskey herbei. Die Gläser wurden gefüllt und sie stießen an, tranken einen großen Schluck, der ihre Kehle hinab brannte, was aber auch wieder schnell verging. Die Gläser wurden nach ein paar Minuten erneut gefüllt und je mehr sie zu sich nahmen, desto gesprächiger wurden die beiden. Man unterhielt sich über die Schüler, lachte und lästerte. Es war wie immer. Entspannend und schön.

Harry wusste nicht, wie viel er schon zu sich genommen hatte, als er seinen Kollegen grinsend anstierte, locker auf seinem Platz saß. Er fühlte sich leicht und unbeschwert. Von innen wärmte ihn der Alkohol und schon wieder schossen ihm recht seltsame Dinge durch den Kopf. Seine Augen huschten über Severus harte Gesichtszüge, speicherten förmlich alles ab. Jeder noch so kleiner Zentimeter wurde betrachtet. Verwirrt sah er in die dunklen, leuchtenden Augen, als dieser lachte. Was war denn auch jetzt so witzig.

„Du starrst mich an, wie eine Raubkatze, die ihre Mahlzeit erspäht hat.“, amüsierte sich Severus.

„Vielleicht ist es ja auch so.“, konterte Harry, fühlte sich in bester Spiellaune. Angrifflustig sah er Snape vor sich an und leckte sich über die Lippen.

„Hm. Für eine Raubkatze bist du aber ziemlich langsam. Deine Beute könnte schon längst auf der Flucht sein.“, gluckste Severus und schenkte ihnen noch einen Feuerwhiskey ein.

Ein paar große Schlücke und auch die beiden Gläser waren wieder geleert. Harry stand etwas wackelig auf und plumpste neben Severus und grinste diesen dümmlich an.

„Da bin ich.“

„Das sehe ich, Harry.“

„Ich habe meine Beute gefangen.“, lachte er und ließ seine Finger ungeschickt über die Brust des älteren Mannes gleiten.

Dieser sah ihn amüsiert an, machte nichts gegen die Berührungen. In Wirklichkeit hatte er ja auch nichts dagegen. Harry war eben…Harry. Sie hatten eine seltsame Bindung und auch wenn er vor langer Zeit sich selber dafür vom Astronomieturm gestürzt hätte, musste er nun zugeben, dass er dem anderen vertraute und auch irgendwo mochte. So ein bisschen jedenfalls.

„Du bist betrunken.“, versuchte er kühl von sich zu geben, aber bei dem vielen Alkohol, den er selber schon in sich trug, kam dies eher amüsiert herüber, als alles andere.

Aber jeglicher Witz und Charme der letzten Minuten ging verloren und alles schien zu gefrieren, als sich leicht feuchte Lippen etwas ungeschickt auf die rauen des Zaubertränkemeisters legten und ihn küssten, wie ihn schon lange, sehr lange, niemand geküsst hatte. Sein Körper, der noch eben locker und entspannt gewesen war, war nun steif und strack, wie ein stück Holz. Seine Augen waren weit aufgerissen und er wusste im ersten Moment nicht was er machen sollte, bis er einfach Harry von sich schubste und ihn schwer atmend ansah.

„Erklär mir, was das grad sollte.“, kam es in bester Snape Manier.

Harry sah seinen Kollegen mit gläsernen Augen und roten Wangen an, die Haare leicht in alle Richtungen abstehen. Er wusste nicht, was ihn dort geritten hatte, aber es hatte sich mehr als richtig angefühlt. Hastig leckte er sich über die Lippen, wollte Snape richtig schmecken, es einfangen.

„Was…was sollte das, Potter?“, kam die zornige Stimme von Snape, der sich so langsam wieder gefangen hatte.

Harry zuckte zusammen bei der grad nicht sonderlich erfreuten Stimme und sah Severus aus großen Augen an. So langsam verflog das schöne Gefühl, dass Alkohols und er merkte, was er dort getan hatte. Oh nein. Er hatte Snape geküsst. Nicht das er es nicht gemocht hatte, nein, ganz im Gegenteil, aber sich dies zu trauen war schon eine Leistung. Wohl eine Sache, die er hätte sich sparen können.

„Severus, es tut mir Leid. Ich-„

„Geh jetzt.“

„Aber-„

„Geh!“

So schnell es nur ging sprang Harry auf und eilte nach draußen, hoch in seine Räumlichkeiten. Mit klopfenden Herzen schmiss er sich auf sein Bett, berührte fast schon ängstlich seine Lippen. Er hatte wirklich Snape geküsst. Ihm drehte sich alles und er wusste nicht, ob es nur am Alkohol lag. Immer wieder führte sich Harry vor Augen, wie es passiert war, wie sich Severus angefühlt hatte. Es war schön gewesen. Sehr schön. Er wollte diese Lippen wieder fühlen.

Stirn runzelnd lag Harry dort. Was sollte das ganze auch. Sie waren Freunde, okay. Aber Freunde küssten sich nicht einfach, oder standen Stundenlang vor dem Spiegel, damit sie für den anderen perfekt aussehen konnten. Das war doch totaler Schwachsinn. Dieser Tag hätte erst gar nicht beginnen dürfen. Was der andere jetzt wohl von ihm dachte? Sicherlich dachte sich Snape jetzt irgendwelche Flüche aus, mit denen er ihn heimsuchen konnte.

Aber in Wirklichkeit sah es ganz anders aus. Nachdenklich saß Snape noch auf seinem Platz und starrte in sein leeres Glas. Wie sehr er das hasste, sich so hilflos zu fühlen. Was Potter damit bezweckt hatte, konnte er einfach nicht verstehen. Er kam zu keiner Lösung. Wollte ihm Potter irgendwas heimzahlen? Nur das konnte nicht sein. Sie waren doch Freunde. Kopfschüttelnd schüttete er sich noch einen Drink ein. Freunde. Na klar. Wann hatte es mal jemand mit ihm ernst gemeint. Potter lachte sich jetzt sicher ins Fäustchen und schrieb seinen Freunden.

Jedoch was Severus nicht sah, war wie Harry genauso nachdenklich da saß, dass Buch vor ihm aufgebreitet und eifrig schreibend. Er musste seinen Gedanken, die ihn ziemlich verwirrten, ordnen und freien lauf lassen. Dies schaffte er noch am besten mit seinem Tagebuch. Es war schon ein wenig seltsam, aber es half ihm und außer seinen beiden Freunden wusste niemand davon.

Beide Männer waren froh, dass am nächsten Tag Sonntag war und sie somit ausschlafen konnten. Denn so lange wie sie wach gewesen waren, wären sie unmöglich in der Lage gewesen, zu unterrichten. Beide wälzten sich mitten in der Nacht noch umher, unruhig und angespannt, bis sie es endlich mal schafften einzuschlafen.

Am nächsten Morgen sah man keinen der beiden beim Frühstück. Erst am Mittag robbte sich Harry geschlaucht in die Halle und begrüßte seine Kollegen. Er sah neugierig rüber, aber Snapes Platz war leer. Ein beklemmendes Gefühl machte sich in Harry breit. Die Hand von Albus ließ ihn zusammen zucken. Erschrocken sah er den lächelnden Mann an, der ihn nur wieder mit seinen glitzernden Augen ansah. Ob dieser etwas wusste? Ganz so sicher konnte man sich bei Albus niemals sein.

„Harry, mein Junge, wie geht es dir?“, erkundigte sich der Schulleiter freundlich.

„Ging schon mal besser.“, seufzte Harry.

„Gib nicht auf. Es ist ungewohnt für ihn. Hab geduld.“, lächelte Dumbledore nur wieder.

Verwirrt und mit offenem Mund sah Harry Albus an. Er wollte schon etwas sagen, als ihn dieser wieder unterbrach.

„Schau mal da.“

Sofort schaute Harry zu der Stelle, wohin Albus gezeigt hatte und da kam er schon – Severus. Dieser sah so aus, wie er sich fühlte. Unsicher biss sich Harry auf die Lippe und konnte seinen Blick nicht von dem anderen abwenden. Dieser schien es zu bemerken und seine dunklen Augen trafen seine grünen. Sein Herz hing ihm bis zum Hals und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Schnell sah er weg und wandte sich seinem Essen zu, welches nur lieblos hin und her geschoben wurde.

„Severus, wie geht es dir?“, rang die fröhliche Stimme von Albus nach drüben.

„Sieht man das nicht?“, zischte Severus schlecht gelaunt.

„Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Severus. Aber denk immer dran, du bist nun frei.“, trällerte der Mann schon fast, was Harry und Severus zum Nase rümpfen verleitete.

Keiner sagte mehr was und alle aßen, oder taten so, bis auch dies zu ende ging und die Halle sich so langsam wieder leerte. Harry zögerte, bis er dann doch aufstand und Severus nachging.

„Severus.“, rief er, als sie im Flur waren und dieser schnellen Schrittes schon abhauen wollte.

Aber egal wie oft Harry ihn rief, dieser ging einfach weiter, verließ das Schloss. Murrend folgte er ihm einfach, wollte nicht aufgeben. Er rannte irgendwann einfach, damit er ihn aufholen konnte und kam dann etwas atemlos neben ihn an.

„Was willst du, Potter?“, kam es sogleich unfreundlich.

„Wegen gestern. Wenn ich etwas Falsches gemacht habe…es tut mir Leid. Es verwirrt mich selber.“, versuchte er sich zu erklären, wobei er sichtliche Probleme dabei hatte.

„Ich will es erst gar nicht hören. Verschwinde einfach. Auf dich falle ich sicher nicht noch einmal rein. Was hast du dir dabei gedacht, Potter? Den verhassten Professor um den Finger wickeln und dann einfach fallen lassen und es wahrscheinlich noch der halben Schule erzählen, damit auch jeder was zu lachen hat?“

„Wie bitte? Was redest du da? Ich würde niemals so etwas machen.“

„Potter, verschwinde einfach. Ich will dich nicht sehen.“

Langsam wurde Harry wütend und packte Snape grob am Arm, stoppte ihn somit und sah ihm in die Augen.

„Ich hatte nie so etwas vor. Ich weiß selber nicht, wieso ich dich geküsst habe. Aber ich bereue es nicht und habe auch nichts Schlimmes vorgehabt. Wir sind doch Freunde.“

„Freunde. Du Narr. Wir waren noch nie Freunde.“, kam es kühl von Snape, der sich auch sogleich von ihm los riss und weiter ging.

Harry hätte am liebsten aufgeschrieen. Wie stur konnte ein Mensch nur sein. Severus konnte doch nicht nach all der Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, so etwas von ihm denken. Sie hatten doch so viel miteinander geteilt, so viel erlebt. Er hatte sich doch als Freund bewiesen, oder? Wieder kamen ihm die seltsamen Worte von Albus in den Kopf. Er sollte Geduld haben. Na das war leichter gesagt, als getan. Er wollte das, was er da mit Severus hatte, nicht verlieren. Anscheinend musste er jedoch dafür kämpfen und nicht aufgeben.

Sein Kampf war nur leider ein unendlicher, wie er dann in den nächsten Tagen feststellen musste. Egal was er versuchte, Severus blockte ab. Dieser hatte ihm selbst fast einen Fluch auf den Hals gejagt, als er sich geweigert hatte, dass Büro des anderen zu verlassen. Nichts klappte und dann noch Albus, der ihn immer wissend und mit einem Lächeln ansah und irgendwelche versteckten Nachrichten von sich gab. Das konnte sich dieser alte Narr auch verkneifen.

Severus selber konnte nicht mehr. Harry war überall. Egal wohin er kam. Das ihn auch noch Albus andauernd zu sich rief und sich erkundigte nach diesem Jungen und ihm. Ihre angebliche Beziehung. Was für ein Quatsch. Da war nichts und würde auch niemals etwas sein. Wenn er noch nicht verrückt war, würde er dies bald schon werden. Paranoid war er schon längst dank den beiden geworden. Solch einer Qual konnte man nicht lange standhalten, wie er fand und irgendwann platzte dann wirklich Snapes Kragen.

„Gehört das zu deinem kleinen Spielchen? Sag mir Potter, was ist dein Ziel von dem ganzen hier?“, blaffte er den erschrockenen jungen Mann an und drängte ihn forsch gegen die kalte Wand.

Harry bekam eine Gänsehaut und dies war sicher nicht von der Kälte, die sich in seinem Rücken breit machte. Wohl eher von dem Mann der ihm so nah war, von dem er mehr als nur einmal geträumt hatte, in den vergangenen Tagen.

„Das ist kein Spiel, Snape. Nicht alle wollen dir etwas antun.“, konterte Harry genervt.

„Ist das so? Dann erläutere was das alles hier soll.“

„Was das hier soll? Ich dachte, du hättest ein bisschen mehr Verstand. Ich vermisse dich, okay? Du gehst mir aus dem Weg.“

Kurz hielt Snape inne und etwas leuchtete in seinen Augen auf. Aber so schnell, wie es gekommen war, so schnell war es auch wieder verschwunden.

„Schwachsinn.“

„Wie bitte? Jetzt hör mal auf. Wir hatten so etwas, wie eine Freundschaft. Nur weil wir uns geküsst haben-„

„Hör auf davon zu reden. Es ist nie etwas passiert und egal was du dir da eingeredet hast, war nur eine kleine Einbildung von dir, Potter. Wir sind Kollegen und das war es auch.“

„Das stimmt nicht. Und das weißt du auch. Du hast nur Angst.“

„Und wovor, Potter? Vor einem Jungen, der einfach nicht erwachsen werden kann?“

„Nein, mir zu vertrauen und endlich jemanden in dein Leben zu lassen.“, schrie Harry fast schon und packte Severus am Kragen.

„Du solltest nicht von Dingen reden, von denen du keine Ahnung hast.“

Harry gab ein Grollen von sich, als er Severus ruckartig zu sich zog und einfach seine Lippen auf dessen krachen ließ. Wütend und mit Emotionen, die so tief in ihn brannten, küsste er den Mann, bis seine Lungen schon fast stachen. Erst dann ließ er ihn langsam wieder los und sah mit roten Wangen zu Snape hoch.

„Du solltest nicht von meinen Gefühlen reden, wenn du davon keine Ahnung hast.“, keuchte er.

Severus war absolut sprachlos und schaute Harry mit ungläubigen Augen an. Seine Lippen kribbelten und wieder kam all das Chaos, was er so gut verdrängt hatte in ihm auf. Er konnte nicht glauben, was Potter dort getan hatte. Konnte dieser Bengel nicht einfach verschwinden und ihn endlich in Ruhe lassen. Er brauchte niemanden und schon gar nicht diesen Helden.

„Du weißt nicht, worauf du dich da einlässt.“, sagte Severus erschlafft und schüttelte den Kopf, als würde er Harry bedauern.

Fluchend fuhr sich Harry durch die Haare. Das konnte Snape doch nicht mit ihm machen. Dieser hatte doch für alles eine Ausrede parat.

„Vielleicht bin ich mir vielen Sachen noch nicht bewusst, aber du könntest mir ruhig eine Chance geben.“

„Das Leben ist oftmals nicht so leicht, Harry. Nicht jeder bekommt eine Chance.“

„Denkst du etwa, dass du keine verdient hast? Ist es das? Das ist doch schwachsinnig. Du hast eine verdient. Wenn dann du.“, widersprach er sofort.

Severus schüttelte nur wieder mit dem Kopf und entfernte sich von ihm. Diesmal folgte Harry ihm nicht und blieb an der Wand gelehnt. Vielleicht sollte er sich wirklich erstmal bewusst werden, wofür er diese Chance wollte. Was es war, was ihn da plagte. Seufzend machte er sich auf den Weg zurück und nickte ein paar Schülern zu, die ihm entgegen kamen.

Und Harry nahm dann auch seine Zeit und dachte über alles nach. Die Zeit, die er mit Severus verbracht hatte, war wunderschön gewesen. Er vertraute dem Mann, dies war keine Frage. Er würde ihm sein Leben in die Hand legen, ihm blind folgen. Nur dies war eine Sache, die Küsse die sie miteinander geteilt hatten, waren da eine andere. Irgendwas zog ihn, wie ein unsichtbarer Magnet, an diesen Mann. Was hatte Severus, was sein Herzen so zum klopfen brachte? Severus war mysteriös, gemein, sarkastisch, intelligent, stark, mutig, hatte Augen, die einen bezauberten, Arme, in die man einfach fallen und von denen man gehalten werden wollte. Er klang wirklich wie ein hoffnungsloser Fall. Und so einer war er auch.

In den nächsten Tagen brodelte Harry alleine vor sich her und ließ Severus komplett in Ruhe. Diesen verwirrte es schon. Auf eine Art gefiel ihm diese Ignoranz, die ihm Harry entgegen brachte nicht, aber auf der anderen befand er es auch als besser so. Harry hatte nichts verpasst. Dieser sollte einfach nur sein Leben leben und es nicht an Leuten wie ihn verschwenden.

Wie er sich da geirrt hatte. An einem Abend, fast zwei Wochen nach dem Vorfall, ihrem zweiten Kuss, klopfte es an seiner Tür. Die Schüler müssten um diese Zeit schon alle auf ihren Zimmern sein und nur Albus würde zu solch einer späten Uhrzeit vorbei kommen. Brummig kam er rüber und öffnete die Tür. Jedoch stand nicht, wie erwartet, der Schulleiter dort, sondern Harry.

„Lust auf eine Runde Schach?“, grinste dieser schief.

„Ich denke nicht.“, schnaufte er und schlug die Tür wieder zu.

Aber da klopfte es schon wieder und es sah nicht so aus, als Potter irgendwann Ruhe geben würde. Genervt riss er wieder die Tür auf und betrachtete den anderen kühl.

„Komm schon. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen und ich vermisse unsere Abende.“

„Ich hatte eigentlich erhofft, dass du endlich verstanden hättest, abstand von mir zu halten.“

„Abstand? Nein, ich bin eher zu einem anderen Schluss gekommen.“

Eine Weile passierte nichts, bis Severus ein paar Schritte zur Seite ging und somit seinen eigentlich ungebetenen Gast herein ließ.

„Und wie soll dieser Schluss aussehen? Mich mitten in der Nacht belästigen?“

„So in der Art. Davon abgesehen, dass ich dich besiegen will und einen anständigen Preis danach verlange.“, kam es frech von Potter, der sich an seinen gewohnten Platz begab und das Schachbrett bereit machte, für ihre Spielpartie.

Severus schloss die Tür wieder und holte ihnen zwei Drinks, bevor er sich Harry gegenüber setzte. Eigentlich hätte er den anderen sofort wieder abweisen müssen, aber diese verräterischen Gefühle der Freude hielten ihn davon ab. Wie weit war es eigentlich schon mit ihm gekommen, dass er sich auch noch über Besuch von Potter freute.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass es keinen Sinn hat. Es gibt keine Chance.“, sagte er dann doch.

„Severus, hör auf damit. Lass uns einfach spielen.“

Und dies taten sie dann auch. Sie spielten und tranken hier und da etwas. Geredet wurde wie so oft nicht und sie konzentrierten sich darauf, den anderen zu besiegen. Am Ende hatte Harry verloren und das ganze zweimal. Severus grinste ihn schief an und schnalzte mit der Zunge.

„Leider verloren.“, sagte er, auch wenn es ihm nicht wirklich leid tat.

„Hm dann bekomme ich wohl heute Abend nicht den Hauptgewinn. Aber einen kleinen Trostpreis.“

„Sieht wohl so aus.“

Harry erhob sich, zur Überraschung von Snape, der ihn skeptisch mit seinen Augen verfolgte, bis dieser nah vor ihm stand und sich vor beugte.

„Was zur-„, da wurde Snape auch schon unterbrochen, von den Lippen Harrys.

Harry seufzte wohlig, küsste den Mann vor sich sanft und legte langsam seine Arme um dessen Hals. Snape wusste nicht, wie ihm geschah, ließ es aber zu. Harrys Lippen waren so unsagbar weich und schmeckten himmlisch. Aber so etwas wie der Himmel war nicht für ihn vorhergesehen, weswegen er dann auch Harry wieder von sich weg schob.

„Harry, bitte. Es hat keinen Zweck. Was auch immer du hier dir einbildest, es ist sicherlich nicht das, was du wirklich willst. Geh und such dir einen Mann in deinem Alter. Jemanden der zu dir passt.“

„Woher willst du das wissen? Ich habe mir die Zeit genommen und über alles nachgedacht. Also komm mir nicht damit.“, zornig erhob sich Harry wieder und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Weißt du eigentlich, was diese Hände schon alles verbrochen haben, was diese Stimme für schlimme Dinge ausgesprochen hat?“

„Das ist vorbei. Du warst nie ein schlechter Mensch.“

„Harry, ich habe viele Leute auf meinem Gewissen. Viele haben unter mir gelitten.“

„Aber das ist doch vorbei. Egal was das hier aus uns wird. Wir könnten es doch versuchen. Ich will es doch.“

„Du weißt nicht, was du willst.“

„Ich habe viel Zeit mit dir verbracht und das hier ist sicherlich nichts, womit ich spaße. Ich habe mir ernsthafte Gedanken über alles gemacht.“

„Es geht nicht. Ich will und kann das nicht.“

„Du tust so, als würdest du mir mein Leben nehmen.“

„Es ist doch auch so.“

„So ein Unsinn. Du bist einsam. Ich kann dir so vieles geben, wie du mir auch.“

„Ich brauche niemanden.“

„Lügner!“

Mit müden Augen sah Severus ihn an. Diese Diskussion brachte nichts und er wollte auch nicht mehr weiter darüber sprechen. Harry sollte sich einen jungen Zauberer suchen und nicht einen alten Todesser.

„Harry, du bist noch zu naiv. Du wirst sicherlich irgendwann aufwachen und verstehen, was ich dir sagen wollte. Du wirst mir sicher dafür dankbar sein.“

„Dankbar? Wofür? Das du mich einfach so von dir schubst? Sicherlich nicht.“

„Ich schubse dich nicht von mir. Du kannst gerne als Kollegen hier runter kommen und Schach spielen, wenn du es noch weiterhin möchtest. Aber alles andere wird nicht mehr so gehen, wie du dir das wünscht. Es muss sofort gestoppt werden.“

„Aber-„

„Belass es bitte dabei. Du weißt doch gar nicht, was du wirklich willst.“

Damit schien das Gespräch auch endgültig beendet zu sein. Ergeben entfernte sich Harry von seinem Kollegen und ging nach oben. Das war alles andere als gut verlaufen. Wie konnte Snape nur behaupten, dass er nicht wusste, was er wollte. Natürlich wusste er das. Er hatte genug Zeit mit ihm verbracht, um zu wissen, wie der Mann wirklich war, oder wenigstens ein Teil von ihm. Er hatte Spaß mit dem anderen und freute sich, wenn sie sich trafen und gemeinsam Abende miteinander verbrachten und dann die Küsse, die sie miteinander geteilt hatten. Leider waren diese meist sehr einseitig gewesen, aber sie hatten in Harry ein Feuer entfacht, welches er nicht missen wollte. Er wollte mehr, er wollte sehen, wohin sie dies alles führte. Das er Severus etwas mehr mochte, als er eigentlich sollte, wusste er. Dies war ihm in der Zeit deutlich geworden. Natürlich wollt er, dass es dem anderen gut ging und er wollte ihm endlich diese verdammte Einsamkeit und dieses belastende Leben nehmen. Dieser Mann hatte doch Freude verdient und er war sich sicher, dass er ihm diese geben konnte.

Nur sah Severus dies anders. Oder so schien es jedenfalls, denn er war ein Meister, wenn es darum ging, seine wahren Gefühle zu verstecken. In Wirklichkeit war er verwirrt und wusste nicht, was Harry in ihm sah. Er hatte grad mal akzeptiert, dass dort jemand war, der so etwas wie eine Freundschaft, wenn es dies denn in seinem Fall gab, haben wollte. Aber mehr auch nicht. Diese Küsse hatten sein Innerstes aufgemischt, wie schon lange nicht mehr. Das konnte einfach nicht Potters Ernst sein. Wer wollte schon einen Todesser und grad so ein Gutaussehender junger Mann, dem die Welt zu Füßen lag. Das schien ihm fast schon surreal und lächerlich zugleich. Harry konnte in ihm nichts sehen. Dieser Junge kam sicherlich immer noch nicht mit seiner gewonnen Freiheit klar und klammerte sich nun an ihn. Es war richtig so, dass er ihn von sich gestoßen hatte. Mehr als Freundschaft, die sicherlich auch nicht lange anhalten würde, wäre niemals für ihn offen. Er verdiente es nicht.

Harry hatte sich erhofft, dass Severus es sich vielleicht doch noch anders überlegt hatte, nur leider hatte er sich da geirrt. Dieser tat so, als wäre nie etwas gewesen und behandelte ihn wie immer. Sie grüßten sich und unterhielten sich freundlich miteinander, wenn man denn von freundlich sprechen konnte, wenn es um Snape in der Öffentlichkeit ging. Bis auf ein Schachspiel hier und da war da auch nichts weiter. Wenn er mal Andeutungen machte, wurden sie bestens ignoriert. Es machte ihn wahnsinnig, wenn nicht auch ein wenig sauer.

Albus hatte sich das Schauspiel von Anfang an angesehen. Er mochte die beiden sehr und wollte nur das Beste für sie. Wenn die beiden es denn auch sehen würden. Nach all der Zeit schien es nichts gebracht zu haben, dass sie sich näher gekommen waren. Die ganzen Monate, in denen Harry nun hier war, hatten nichts gebracht. Er hatte sich geschworen gehabt, nichts zu unternehmen, aber nun sah er sich fast schon gezwungen.

„Severus, mein Sohn, komm herein. Bonbon?“, lächelte er freundlich, als sein Schützling herein kam.

Severus verzog nur das Gesicht und schüttelte den Kopf, als er seinen Platz einnahm.

„Warum hast du mich hier her bestellt? Sicherlich nicht um Süßes zu verspeisen.“

Albus schaute ihn mit seinen allwissenden, leuchtenden Augen an.

„Da wirst du Recht haben, mein Lieber. Wie läuft es mit Harry? Ich bemerke, dass sich etwas bei euch verändert hat.“

Dies schien dann wohl ein wunder Punkt gewesen zu sein, wie Albus an der Haltung und Gesichtsausdruck bemerken konnte.

„Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“

„Oh natürlich.“, schmunzelte Albus. „Du hast auch Glück verdient. Harry ist erwachsen und weiß schon, was er da macht.“

„Albus, hör auf. Der Junge weiß nicht, was er aufs Spiel setzt.“

„Oh ich denke du Irrst, Severus.“

„Was wird das? Ein kleiner Versuch von deiner Seite mich zu manipulieren. Harry hat seine Freiheit verdient und da mische ich mich nicht ein. Wenn du mich entschuldigen würdest.“

Damit war für Snape auch das Gespräch beendet und er verschwand mit wehender Robe aus dem Büro. Albus seufzte etwas traurig. Das Severus es nicht einsehen wollte. Er wollte doch nur, dass dieser endlich jemanden hatte und wer wäre dafür besser geeignet, als Harry. Albus gab aber nicht auf und sah noch weiterhin ein paar Chancen, dass dies klappen könnte.

Harry war verwundert, als Albus ihn am selben Tag noch zu sich ins Büro rief und war schon ein wenig nervös, weil die Sache ernst geklungen hatte. Er setzte sich hin, nachdem er von dem Schulleiter begrüßt worden war und nahm dankend den Tee, der ihm angeboten wurde, entgegen.

„Worum geht es?“, wollte er dann wissen, konnte diese Anspannung nicht mehr länger ertragen.

„Um Severus.“

Harry verschluckte sich an seinem Tee und sah Albus aus tränenden Augen an.

„Severus?“, stammelte er.

„Ich mache mir Sorgen um ihn. Wie du sicher gemerkt hast, ist er ein wenig…verschlossen.“

„Echt? Ist mir nicht aufgefallen.“, verdrehte Harry seine Augen.

„Gib nicht auf, Harry.“

„Das sagt sich so einfach. Ich habe schon alles versucht.“

„Öffne ihm die Augen.“

„Und wie?“, murrte Harry. Das hatte doch alles keinen Sinn.

„Weihnachten ist das Fest der Liebe.“

„Sicherlich nicht für Snape.“

„Sei nicht so negativ, mein Sohn. Gib ihm etwas Persönliches, etwas, was ihm zeigt, wie Ernst es dir ist.“

Dies weckte dann doch Harrys Interesse und er sah seine halbleere Tasse nachdenklich an. Etwas Persönliches. Etwas, was ihm die Augen öffnete.

„Du wirst sicher etwas Passendes finden. Viel Glück.“

Harry nickte und bedankte sich, verließ mit diesen Worten wieder das Büro. Es waren noch ein paar Wochen, bis die Schüler nach Hause fahren würden und die restlichen hier ihr Weihnachten verbringen würden, um mit den Lehrern zu feiern. Mit einem Ziel vor Augen, ging er wieder nach oben. Er würde sicherlich etwas Gutes finden.

Die Zeit verging und Weihnachten rückte immer näher. Er und Severus waren einfach nur Freunde, wie dieser es sich gewünscht hatte, wobei er etwas anderes im Hinterkopf hatte. Nur ein Geschenk war immer noch nicht gefunden worden. Er konnte einfach nichts Passendes finden. Grübelnd saß er vor seinem Tagebuch und ließ seinen Frust aus. Severus, die Schule, einfach alles. Wieso musste das alles auch so schwer sein. Er tippte mit seiner Feder auf das Papier. Was war so persönlich, dass es Severus die Augen öffnete? Er schaute nach unten, auf den Eintrag, den er soeben geschrieben hatte. Na klar. Auf einmal fiel es ihm ein. Was wäre passender, als Beweise, Geheimnisse, die zeigten, wie wichtig ihm der andere war. Ein gigantisches Grinsen formte sich auf seinen Lippen.

Harry war hibbelig, als wirklich die Ferien begannen und der große Tag immer näher kam. Selbst Severus bemerkte, dass etwas gewaltig nicht stimmte. Das dieser sogar nachfragte, hieß schon war und Harry wedelte nur ertappt herum und verschwand schnell. So aufgeregt war er noch nie gewesen. Albus zwinkerte ihm immer zu, wenn sie sich begegneten und dies machte ihn nur noch mehr nervös.

Am Tag, wo die Geschenke verteilt werden sollten, schrieb Harry seinen letzten Eintrag in sein geliebtes Tagebuch. Immer wieder hielt er inne und las noch einmal alles durch. Es war eine persönliche Nachricht, wie ein Brief, an Severus gerichtet. Sein Herz raste, als wäre er einen Marathon gelaufen. Mit zittrigen Händen schrieb er die letzten Worte auf das Papier, bevor er das Buch zu klappte und sich erhob. Schnell duschte er sich und machte sich hübsch. Nachdem alles erledigt war, machte er sich auf den Weg nach unten, das Buch im Gepäck. Unten waren schon alle übrigen Schüler und die Lehrer versammelt und er begrüßte sie fast schon krächzend, was Albus mit einem wissenden lächeln und Severus mit hochgezogener Augenbraue quittierte. Das Essen verlief recht ruhig, wobei sich Harry nicht so fühlte. Dann, als der große Moment gekommen war, erhob sich Harry und eilte Severus nach, der sich wohl von dem ganzen Trubel verziehen wollte.

„Severus, warte.“, rief er und hechtete ihm nach.

Als er dann vor Snape stand, holte ihn der Zweifel ein. Sollte er wirklich? Er gab sich einen Ruck und holte das Buch hervor. Rasch, bevor er es sich anders überlegen konnte, drückte er es an Severus Brust.

„Das…das ist für dich.“, stammelte er mit hochrotem Kopf.

„Für mich?“, drang die skeptische Stimme an sein Ohr.

„Ja, bitte nimm es und lies es dir durch. Ob du mich danach noch bei dir sehen willst, ist deine Entscheidung.“

Verwirrt nahm Severus das Buch in seine Hände und sah es sich genauer an. Es gab keinen Titel und er fragte sich, warum Harry ihm so ein altes, benutztes Buch schenkte. Langsam nickte er, auch wenn er es nicht ganz verstand. Harrys Lächeln zeigte ihm dann, dass es wohl das richtige gewesen war. Er wollte noch etwas sagen, aber da war der andere schon verschwunden, wie von der Tarantel gestochen.

Severus sah an die Stelle, wo Harry grad eben noch gestanden hatte, bevor er dann auch weiter ging und sich nach unten, in seine gemütliche Räume begab. Er setzte sich auf die weiche Couch, im Wohnzimmer, und schenkte sich erstmal einen Feuerwhiskey ein, bevor er dann auch das Buch wieder zur Hand nahm und dieses aufschlug. Als er im Inneren dann las, um was es sich hier genau handelte, war er nur noch mehr verwirrt. Wieso sollte ihm Harry sein Tagebuch schenken?

Er schlug den ersten Eintrag auf und las ihn sich neugierig durch. So wie es schien, hatte Harry einiges von der Last, die er auf den Schultern getragen hatte, in diesem Buch ausgelassen. Die ersten Einträge waren alle über Voldemort, was passiert war und ihren Kampf. Severus las alles, Seite für Seite. Als er dann, etwas weiter, seinen Namen entdeckte, wurde sein Interesse nur noch mehr geweckt.

Ich kann es immer noch nicht so recht fassen. Wir alle haben so falsch gelegen, mit dem was wir gedacht und gesagt haben. Aber wie sollte jemand dahinter kommen? Snape hat die ganze Zeit den Anschein gemacht, auf der Seite von Voldemort zu stehen. Ich kann es kaum in Worte fassen. Snape hat so viel für uns getan. Er hat mein Leben gerettet, obwohl wir von Todessern umzingelt gewesen waren. Er hat alles riskiert und das für mich. Ich bin ihm so dankbar. Ich schäme mich dafür, was ich ihm zuvor vorgeworfen habe. Er war nie ein schlechter Mensch. Wir alle haben ihn falsch verstanden. Ich hätte auf Dumbledore hören sollen.’

Snape sah auf das Datum von dem Eintrag. Es lag ungefähr in der Zeit, wo sie nichts mehr von Harry gehört hatten. Nachdem sie aus St. Mungos entlassen worden waren, hatte sich der Held komplett zurückgezogen.

Schnell blätterte er weiter und las von der Zeit, in der Harry alleine gewesen war und nur seine Freunde hier und da mal vorbei gekommen waren, um zu sehen, ob es ihm gut ging. Es war interessant von den ganzen Dingen, aus Harrys Sicht, zu erfahren. Er lernte in den Stunden mehr über den jungen Mann. Und er lernte auch, dass er oftmals falsch lag, was diesen anging.

Sein Atem stockte kurz, als er bei dem Datum von Harrys Ankunft in Hogwarts angekommen war. Seine Augen huschten aufgeregt über das Papier und sein Hals wurde trocken. Er wollte auf einmal alles wissen. Wie Harry dachte und fühlte.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich noch einmal hier her kommen würde. Es war schon ein wenig seltsam, als Albus Eule mich erreicht hat. Aber wer wäre ich, wenn ich diesen Job ablehnen würde. Hogwarts war und ist mein einzig wahres Zuhause. Als mich Albus begrüßt hat, bin ich auf ihn gestoßen. Snape schien nicht sonderlich erfreut gewesen zu sein, als er erfuhr, dass ich nun auch hier unterrichten werde. Aber ich scheine mich da geirrt zu haben, als er mich dann doch zum Tee bei sich unten eingeladen hat. Ich freue mich sehr, Severus besser kennen zu lernen.’

Harry hatte sich gefreut ihn näher kennen zu lernen? Severus schluckte schwer und las weiter.

Heute war ich wieder bei Severus. Es macht unheimlich viel Spaß bei ihm zu sitzen, Schach zu spielen. Es ist entspannend. Ich bin vielleicht einer der wenigen, der Severus so sehen darf. Ob ich mir darauf was einbilden darf? Besser nicht. Ich genieße lieber die schöne Zeit mit ihm und hoffe, dass es nicht vorbei geht. Auch wenn Severus meine Freundschaft vielleicht nicht wahr haben will, ich sehe ihn als Freund an. Ich vertraue ihm, wie ich nur einem Freund vertrauen kann. Er weiß vielleicht nicht, wie viel ich von ich halte, aber ich werde es ihm sicher bald zeigen können.’

Severus war geschockt, wenn auch überrascht. Wie konnte ein Mensch nur so viel Vertrauen in ihm haben. Das war doch verrückt. Dass Harry wirklich so viel von ihm hielt, wärmte ihn. Es war irgendwie…schön.

Ist es normal, dass ich so nervös bin, wenn ich ihn sehe? Das ich mich freue, wenn wir uns treffen, oder ich ihn einfach sehen darf? Ich weiß nicht, was das alles soll, aber ich fühle mich immer seltsamer in Severus Gegenwart. Wenn sich aus Versehen unsere Finger streifen, oder er mir so etwas wie ein Kompliment schenkt, rast mein Herz wie wild. Es ist einfach nicht mehr normal…’

Okay, das hatte er jetzt nicht erwartet. Harry fühlte sich schon so lange? Dieser Junge wusste doch gar nicht, was er da von sich gab. Auch wenn eine Stimme in ihm sagte, dass er sich freuen sollte, traute er sich nicht so recht. Unsicher schlug er die Seite um.

Was habe ich getan? Bin ich noch zu retten? Ich habe ihn einfach geküsst. Oh Gott und wie gut es sich angefühlt hat. Was wird er jetzt nur von mir denken? Sicherlich nichts gutes. So wie er danach reagiert hat. Aber ich konnte nicht mehr anders. Er erfolgt mich in meinen Träumen, lässt mich nicht mehr in Ruhe. Ich kann an nichts anderes mehr denken. Wieso kann er mich nicht einfach zu sich ziehen und richtig küssen? Ich bin so verwirrt. Noch nie habe ich mich so bei jemand gefühlt. Ich will seine Lippen wieder spüren. Richtig spüren.’

Snape erwischte sich dabei, wie er seine Lippen berührte und rümpfte die Nase.

Er geht mir einfach aus dem Weg. Was habe ich nur getan? Ich vermisse ihn. Wieso will er nicht mehr bei mir sein? Hätte ich ihn doch niemals geküsst. Aber ich bereue es auch nicht. Es hat sich so gut angefühlt. Nur nun fühle ich mich einsam. So sollte es nicht enden. Aber ich werde nicht aufgeben. Severus muss mich doch beachten.’

Ein seufzen entkam ihm. Er hatte Harry nicht traurig machen wollen. Aber ändern konnte er es auch nicht mehr. Es war doch das Beste gewesen. Sie hätten sich nicht küssen dürfen. Oder?

Er macht mich so sauer. Wie stur kann ein Mensch nur sein? Mir einfach aus dem Weg gehen und dumme Worte von sich geben. Und er sah auch noch so verdammt sexy dabei aus. Ich habe ihn einfach wieder geküsst. Was denkt er auch, er wäre es nicht wert. Jeder hat eine Chance verdient und er doch am meisten. Ich will ihn glücklich sehen. Er soll für mich lächeln und mit mir die Tage verbringen. Wir könnten doch so viel Spaß miteinander haben und alles teilen. Wieso sieht er das nicht? Ich vermisse ihn so sehr. Dieser Idiot. Er soll es endlich einsehen.’

Severus Herz raste immer mehr. Wie konnte Harry einfach so etwas schreiben? Er hatte ihn vermisst. Irgendwo hatte er es ja auch. Er hatte ihre gemeinsame Zeit immer genossen. Nur wie kam er nur darauf, dass er, ein Todesser es wert wäre, so etwas wie Glück zu verspüren? Konnte er das überhaupt?

Er beachtet mich wieder. Oder hatte. Ich bin wirklich dumm. Meine Gefühle spielen verrückt, wenn er in meiner Nähe ist. Ich kann es einfach nicht ändern. Ich habe mich heute das erste Mal wieder zu ihm runter getraut und er hat mich wirklich angenommen, so halb. Wir haben Schach gespielt und was mache ich? Ich küsse ihn. Trostpreis…klar. Wie hohl kann ein Mensch eigentlich sein? Er denkt doch sicherlich jetzt nur noch schlechter von mir. Nein das kann nicht sein. Nicht nachdem, was er gesagt hat. Er hat Angst. Das habe ich schon so oft bei ihm bemerkt. Aber wie kann er nur denken, dass er mir mein Leben nimmt? Ich weiß doch, was ich will. Ich habe mir so oft schon den Kopf darüber zerbrochen. Ich habe es doch wirklich richtig gemacht. Niemals würde ich unwissend in eine Situation herein gehen. Nicht, wenn so viel daran liegt. Ich wünschte, er würde es einsehen und wir könnten versuchen diese Sache zwischen uns zum laufen zu bringen. Ich kann doch nicht so tun, als wären da keine Gefühle. Was sieht er überhaupt in mir? Bedeute ich ihm auch etwas? Vielleicht auch nur als Freund. Aber das wäre doch auch schon mal was. Wenn ich nur in ihn herein schauen könnte…’

Severus dachte an seine Worte und alles, was zwischen ihnen vorgefallen war. Harry hatte es wirklich mehr als deutlich gemacht, dass er sich seiner Sache sicher war. Nur hatte er ihm nie geglaubt. Wie auch. Es war einfach unwahrscheinlich, dass solch ein begnadeter Mann etwas von ihm wollte. Er las weiter, wie frustriert Harry war, wie sehr er sich wünschte, ihm näher zu kommen. Es tat ihm schon leid, als er las, wie verzweifelt Harry war. Waren die meisten Einträge leidend und voller Einsamkeit, waren die letzten wieder hoffnungsvoll und fröhlicher gestimmt. Als er bei der aktuellen Woche angelangt war, schmunzelte er, als er las, wie sehr sich Harry auf Weihnachten freute. Das war so typisch. Kopfschüttelnd und mit einem Lächeln auf den Lippen blätterte er weiter und überflog alles, bis ihm der letzte Eintrag entgegen blitzte. Dieser Eintrag unterschied sich von allen anderen.

Severus,

wenn du diesen Eintrag hier liest, kennst du bereits meine tiefsten Geheimnisse und Gedanken. Dinge, die nicht mal Ron und Hermine wissen. Und ich bin froh, dass ich sie mit dir geteilt habe. Lange habe ich daran überlegt, was ich dir schenken soll und erst vor ein paar Tagen bin ich darauf gekommen. Was wäre persönlicher, als dies hier. Es soll dir zeigen, wie Ernst es mir ist, wie viele Gedanken ich mir gemacht habe, wie es dazu gekommen ist. Sicherlich wirst du jetzt einiges besser verstehen. Ich weiß nicht, was nun passieren wird und ein wenig beunruhigt es mich. Was wirst du wohl jetzt denken? Ich wünschte, du könntest es mir jetzt schon sagen.

Egal, was ab nun passieren wird, ich werde es akzeptieren, auch wenn es schmerzhaft sein wird.

Bei vielen Dingen wirst du mich sicher als Idioten bezeichnen, aber ich werde immer dein Idiot bleiben. Ich habe mich in dich verliebt, Severus. Es ist seltsam, wie sich alles entwickelt hat. Anfangs habe ich dich wirklich gehasst, aber dann, nach all den Dingen, habe ich angefangen, über alles nachzudenken und ich habe dich verstanden. Du warst in meinen Augen ein Held und als ich wieder hier her kam, war ich froh, als du mich eingeladen hast und wir uns näher gekommen sind. Du warst und bist ein guter Freund und ich würde gerne bei dir sein, wenn es mal kritisch wird. Ich würde so gerne ein Hauptbestandteil deines Lebens sein und dir helfen. So helfen, wie du es auch bei mir getan hast. Vielleicht auch ein bisschen mehr.

Die Entscheidung liegt in deinen Händen.

Hiermit endet das Tagebuch. Es gehört nun dir…

Genauso wie mein Herz.

Ich liebe dich.

Harry J. Potter’

Severus klappte das Buch zu und warf es auf den Tisch, als hätte er sich verbrannt. Die Sonne war schon wieder im Begriff, aufzugehen. Er hatte die ganze Nacht damit verbracht, das Tagebuch zu lesen. Er hatte Dinge von Harry erfahren, die er niemals so geglaubt hätte. Er wusste nicht, was er von alle dem halten sollte. Wie sollte er dem anderen jetzt begegnen. Alles war noch so wirr um ihn herum. Er nahm sich die Flasche Whiskey und kümmerte sich nicht mehr darum, dass er ein Glas hatte und trank aus der Flasche. Immer wieder schwirrten ihm die Worte von Harrys letzten Eintrag im Kopf herum. Sie wollten ihn nicht mehr in Ruhe lassen, lachten ihn förmlich aus. Ziemlich angetrunken torkelte er später ins Bett und versuchte zu schlafen. Aber auch dort fand er keine Ruhe. Selbst in seinen Träumen verfolgte ihn Harry. Harry, der ihn anlächelte, ihn küsste und liebe Worte sagte, die nur für ihn bestimmt waren.

Als Snape wieder aufwachte, war er Schweißgebadet und schlechter drauf, wie er jemals zuvor gewesen war. Beim Essen ging er nicht nach oben, sondern ließ sich von den Hauselfen etwas bringen. Er wollte jetzt niemanden sehen und schon gar nicht Potter. Er konnte einfach nicht. Eigentlich hatte er den Tag nur in Ruhe verbringen wollen. Über alles nachdenken und sich entspannen. Nur wurde aus dem geplanten Tag, mehrere. Keiner sah den Zaubertränkemeister und keiner wusste, was mit diesem war. Die Tage vergingen. Tage, in denen Severus trank und trank, frustriert und brodelnd dort saß und das Tagebuch anstarrte. Keiner schien sich zu wundern, wo er steckte, oder kam hier her um nachzuschauen. Dies war ihm auch lieber so. Er wollte alleine sein.

Das neue Jahr hatte begonnen, auch wenn es ungemerkt an ihm vorbei gezogen war. Severus störte es nicht im Geringsten. Jedoch schien einer anders zu denken. Als es auf einmal klopfte, zuckte Severus fast schon zusammen. Er ignorierte es einfach und rief noch ein ‚verschwinde’ herüber, damit die Person am anderen Ende auch schnell aufgab. Er war wirklich nicht in der Stimmung. Wenn er gewusst hätte, wer dort vor der Tür stand, hätte er sich dies auch sparen können. Auf einmal ging die Tür auf und Albus trat herein, sein immerwertes Lächeln auf den Lippen.

„Severus, wie geht es dir?“, begrüßte er ihn fröhlich.

„Ich bin nicht in der Stimmung.“, brummte Snape nur.

„Wie ich sehe, hast du es gelesen.“, deutete er auf das Buch, was immer noch dort lag, wohin er es zuletzt geworfen hatte.

„Ich kann es nicht verstehen. Er kann doch nicht wirklich so etwas wollen.“, seufzte Severus nach ein paar Minuten der Stille.

„Man kann sich nicht aussuchen, in wen man sich verliebt. Ich will nicht weiter mit ansehen, wie du leidest. Harry kann dich glücklich machen und er will es auch. Du musst es nur zulassen.“

„Das ist so einfach gesagt.“

„Und auch einfach getan. Lass ihn in dein Herz. Es bringt nichts, wenn du ewig dagegen ankämpfst.“

Severus sagte nichts dazu. Vielmehr dachte er wieder darüber nach. Was sollte er tun? Er hatte sich noch nie fallen lassen, oder einem Menschen soweit vertraut.

„Ich weiß was du denkst. Lass es geschehen. Ich vertraue Harry. Er will dich, genauso wie ich, nur glücklich sehen. Du hast es verdient.“, mit diesen Worten verschwand Dumbledore auch wieder und ließ Severus mit seinen Gedanken alleine.

Das zweite Halbjahr begann und das war auch der Tag, an dem man Severus das erste Mal wieder in der großen Halle sah. Es war schon komisch wieder dort zu sitzen. Severus fühlte sich dazu auch recht nervös. Was würde jetzt geschehen? Er hatte die letzen Tage nochmals über alles nachgedacht und einen Entschluss gefasst. Er war sich nur noch nicht sicher, wie er ihn in die Tat umsetzen würde. Als Harry in die Halle kam, schlug sein Herz wie wild. Als er aber bemerkte, wie dieser aussah, zog sich alles krampfhaft in ihm zusammen.

Harry hatte die ganze Zeit gehofft und gewartet, aber es war nicht mal eine Nachricht, mit einer knappen Ablehnung gekommen. Einfach nichts. Wie sagte man…keine Antwort war auch eine Antwort? Es schmerzte leider so sehr. Mehr, als er es befürchtet hatte. Ein großer Teil in ihm hatte einfach darauf gehofft, dass es klappen würde. Wie dumm es doch von ihm gewesen war. Selbst die aufmunternden Worte von Albus hatten nicht viel gebracht. Auch nicht der Besuch seiner Freunde, oder die ganzen Geschenke. Sie waren einfach alle wertlos. Nichts konnte ihn glücklich machen. Was sollte er auch schon denken? Severus kam nicht einmal mehr zum Essen. Widerte der Gedanken an ihn Severus so sehr an?

Am Tag, wo der Unterricht wieder beginnen würde, kam er in die Halle, erwartete nichts großes. Jeder Tag verging gleich und langsam gewöhnte er sich daran, wie er sich einredete. Überrascht sah er auf den sonst leeren Platz und blickte in die Augen von Snape. Sein Herz blieb fast stehen. Sicherlich hatte Albus ihn gezwungen wieder hier her zu kommen, jetzt, wo die Schüler wieder da waren. Mit gesenktem Kopf kam er an den Tisch und nickte seinen Kollegen zu.

Severus verschlug es die Sprache. Noch nie hatte er Harry so gesehen. So leblos und traurig. Das war alles seine Schuld. Er fühlte sich schlecht und wäre am liebsten wieder verschwunden. Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, als Albus zu ihm wissend rüber sah und zwinkerte.

Den ganzen Tag über musste er an die traurige Gestalt Potters denken. Es behagte ihm ganz und gar nicht, was hier passierte. Harry sollte strahlen, wie er es immer tat. Ihm stand dieser Blick ganz und gar nicht. Er wollte endlich wieder den fröhlichen Harry haben. Er wusste, was er dafür tun musste und zwar schnell.

Leider kam er nicht dazu. Er wollte immer wieder mit Harry reden, aber das Schicksal schien es nicht gut mit ihm zu meinen. Entweder eine Horde von Schülern trennte sie und Harry war schon verschwunden, wenn er sich durchgekämpft hatte, oder ein Kollege kam zu ihm und wollte etwas. Egal was er machte, es klappte nicht.

Am Abend saß er bei sich im Wohnzimmer und hielt eine Flasche in der Hand. So konnte es nicht weitergehen. Wenn er hier saß und sich selber bemitleidete, wurde es auch nicht besser. Schnell stellte er die Flasche beiseite und zog sich seinen Mantel um. Schnellen Schrittes ging er nach draußen, verließ das Schloss. Der Mond schien hell am Himmel, als er über die große Wiese ging und über das Gelände wanderte. Als er bei dem Teich angekommen war, stockte er. Dort saß jemand. Als er sich näher herein schlich, erkannte er klar und deutlich Harry. Sollte man es doch noch gut mit ihm meinen?

Severus schlich sich weiter an ihn heran, bis er genau hinter Harry stand. Aber dieser schien ihn nicht zu bemerken. Snape räusperte sich, was den anderen herum wirbeln ließ. Bei dem erschrockenen Blick konnte er sich ein schiefes grinsen nicht verkneifen.

„So spät noch draußen?“

Harry öffnete den Mund und schloss ihn schnell wieder. Er hatte sichtlich nicht erwartet, hier auf ihn zu stoßen.

„Snape.“, entkam es ihm und er wandte sich rasch wieder von ihm ab.

Severus seufzte, setzte sich einfach neben Harry.

„Ich werde jetzt besser gehen. Lassen Sie sich nicht weiter stören.“, sagte Harry und wollte schon aufstehen, aber Severus hielt ihn davon ab.

„Bleib.“, bat er ihn.

„Bitte, lass mich los.“, flehte Harry fast schon verzweifelt.

„Ich möchte mit dir reden.“

„Was gibt es da noch zu bereden? Du hast mir deutlich gezeigt, was du davon hältst. Also bitte lass mich los, damit ich verschwinden kann. Ich werde dich nie wieder belästigen.“

„Und was ist, wenn ich will, dass du mich belästigst?“

Verwundert sah Harry ihn an, wehrte sich nicht mehr gegen den Griff an seinem Handgelenk.

„Was meinst du damit?“

„Ich habe nachgedacht. Viel nachgedacht. Ich kann es immer noch nicht ganz verstehen. Wieso ich? Du könntest jeden Zauberer des Landes bekommen.“

„Ich kann meine Gefühle nicht ändern. Es tut mir Leid.“

„Entschuldige dich nicht dafür. Nicht für so etwas. Das Tagebuch…es war das beste Geschenk, was mir jemals jemand gemacht hat.“, gestand Severus, sah hinauf zu den Sternen, die vor sich her funkelten, wie kleine Diamanten.

„Aber…du hast nie etwas gesagt.“

„Ich habe Zeit gebraucht. Ich wusste nicht, was zu tun war. Das hat mich ziemlich aus dem Konzept gebracht. Ich weiß jetzt aber, was das Beste für mich ist.“

Ängstlich schaute Harry seinen Kollegen an.

„Und was?“, wisperte er.

„Ich kann dir nichts versprechen, Harry. Es wird oftmals nicht einfach sein. Aber wenn du es immer noch willst…“

Harrys Augen weiteten sich.

„Meinst du das Ernst?“

Ein nicken seitens Severus und Harry konnte nicht mehr anders und fiel in die Arme des Mannes, drückte sich dicht an ihn. Severus war anfangs überrascht davon, legte dann aber auch seine Arme um ihn, sog den wohligen Duft Harrys in sich.

„Lass mich bitte nicht los.“, nuschelte Harry gegen die starke Brust.

„Nie wieder.“, versprach Severus und drückte Harry am Kinn hoch, damit er ihm in die Augen sehen konnte.

„Darf ich dich küssen?“, wollte Snape dann wissen, worauf er ein hastiges nicken bekam.

Lächelnd legte er seine Lippen auf Harrys und der Kuss fühlte sich besser an, als alles zuvor. Sie küssten sich langsam und ausgiebig. Nur der Mond war ihr Zeuge. Seufzend kuschelten sie sich aneinander und hier und da wurden kleine Küsschen untereinander geteilt. Es war für beide der schönste Abend in ihrem Leben. Sie hatten endlich die Person, die sie so nahm, wie sie waren und ehrlich und aufrichtig liebte.

Als Harry am nächsten Morgen aufwachte, zerzaust und von zwei starken Armen umarmt, konnte er nicht anders, als glücklich zu lächeln. Er lag wirklich hier, bei Severus im Bett und wurde von diesem gehalten, wie er es sich erträumt hatte. Langsam drehte er sich um und sah in die dunklen Augen seines Geliebten.

„Guten Morgen.“, trällerte er, was Severus zum grinsen verleitete.

„Da ist aber jemand ziemlich gut gelaunt.“

„Wie sollte es anders sein? Ich bin bei dir.“

„Idiot.“

„Dein Idiot.“, korrigierte er ihn.

Ihre Lippen trafen sich und verschmolzen zu einem morgendlichen Kuss. Es hätte wirklich nicht besser laufen können und das war erst der Anfang. Der Anfang, von etwas großem. Egal was passierte, sie würden es schaffen. Ihm war egal, dass sicher viele etwas gegen ihre Beziehung sagen würden. Er liebte diesen Mann und würde zu ihm halten, bis zu ihrem Ende. Dies hatte er sich geschworen. Und wenn sich Harry etwas vornahm, wurde es auch gemacht.

„Ich liebe dich.“, seufzte er wohlig, strich über die nackte Brust.

Severus grinste glücklich. Er hatte wirklich etwas gefunden, was man ihm immer verwehrt hatte. Er war frei und er hatte Harry. Sein Harry.

„Ich dich auch.“





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Ni-chan, 28.04.2011 um 21:01 (UTC):
Da standem einem doch glatt zwischenzeitlich die Tränen in den Augen ^^
Eine wirklich gute geschriebene Geschichte. So voller Gefühl und das vor allem gut rüber gebracht. Der Zwiespalt von Severus und auch Harry. Ach ja, sehr schön

Kommentar von el_el, 05.01.2010 um 17:58 (UTC):
Hey,
ich kann sagen, das ist eine wirklich schöne Storry.
Sie ist richtig mit Herz geschrieben und man kann sich sehr gut in die einzelnen Charas einfühlen.
:D

Lg
Elke



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