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Wegwerfhelden Teil 3
"

Harry ... Seit der Nacht, in der Severus die traurige Wahrheit über seine Internierung erfahren hatte, war Harry ein regelmäßiger abendlicher Besucher. Gelegentlich erwies Severus ihm sogar einen Gegenbesuch und traf sich mit ihm in seinem eigenen Arbeitszimmer auf einen Drink und eine gemütliche Unterhaltung.

Er hatte viel über das, was Harry gesagt hatte, nachgedacht ... darüber, wie sie beide von der Zauberergesellschaft erst benutzt und dann weggeworfen worden waren. Er glaubte, es war, weil sie beide ungewöhnliche Persönlichkeiten waren, nicht leicht in verständliche und festlegbare Rollen zu pressen, zwei Seelen, die sich geweigert hatten, gängigen Klischees zu entsprechen und die Erwartungen des Durchschnitts zu erfüllen, einer von ihnen ein Schurke, ein Held der andere. Wegwerfschurke. Wegwerfheld. Er fand die Begriffe merkwürdig angemessen.

Es war Anfang November. Sie hatten bereits eine Stunde in Harrys Arbeitszimmer gesessen, als Harry endlich mit dem herausrückte, was ihn bedrückte. Severus kannte ihn inzwischen gut genug und hatte von Anfang an gewußt, daß Harry etwas auf der Seele lag.

Sie saßen nebeneinander auf dem Sofa, dem brausenden Kaminfeuer gegenüber, das Dobby regelmäßig mit Kohlestaub abdeckte, damit es langsamer brannte, und Severus entschied, daß der Mann einen Anstoß brauchte.

"Na los, Harry, sag es einfach."

Harry sah ihn überrascht an. "Ist es so offensichtlich?", fragte er.

"Nein, das nehme ich nicht an, aber nach fast vier Jahren, in denen ich nun schon deinen Anfällen von Schweigen lausche, bin ich ziemlich versiert darin geworden, sie zu deuten. Heraus damit", sagte er entschieden.

Harry bedachte ihn mit einem zaghaften Lächeln. "Du wirst wütend sein."

Severus blickte finster. "Als ob ich das noch nie gewesen wäre." Aber sein Interesse war angestachelt. "Was hast du getan? Ich nehme an, daß es sich, um mich wütend zu machen, um etwas handeln muß, das du für mich getan hast. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, was das sein könnte", überlegte er, halb zu sich selbst. Er musterte Harry mit einem stechenden Blick und setzte gerade an, erneut zu sprechen, als Harry sein Hände hob, in einer spöttischen Geste der Kapitulation.

"Ja doch, ist ja schon gut. Kennst du Barnabas Cuffe?"

Severus runzelte die Stirn. "Den Redakteur beim Propheten?"

Harry nickte. "Er ist kein schlechter Kerl", sagte er, fügte dann schnell hinzu: "Aber du kennst ja Journalisten, Severus. Ich schätze, daß sie, um zu tun, was sie tagein, tagaus tun, einen Teil ihrer Seele haben verkaufen müssen." Er überlegte einen Moment. "Als sie sich entschieden hatten, mich allein zu lassen, war er der einzige, der sich immer noch um mich gekümmert hat, und nicht, um etwas aus mir herauszuholen. Er war ehrlich besorgt, so schwer das auch zu glauben sein mag. Wie auch immer ..." Als Severus über sein Geplapper die Augen rollte, lächelte er. "Ich weiß, ich hatte keine Erlaubnis von dir, und das ist der Teil der Geschichte, über den du, nehme ich an, wütend sein wirst."

"Harry", knurrte Severus warnend.

Harry lachte. "Okay, okay, ich habe ihn also deine Buchbesprechung lesen lassen." Es gelang ihm auf bewundernswerte Weise, den Blick des Schreckens in Severus' Gesicht zu ignorieren. "Und er war total begeistert, Severus. Die Zeitung hat eine wöchentliche Literaturseite, weißt du, unter der Leitung von ... wie war noch gleich ihr Name ... Carrie Feebles ... nein, das wars nicht ... Carrie ..."

"Forbes", sagte Severus mit einem Schnauben. "Geschwätz. Ich habs gelesen."

"Genauso sieht das Barnabas auch. Er und ich haben also darüber gesprochen, daß du all die Bücher gelesen hast, daß du dich durch unsere Bibliothek wühlst ..."

Einen Augenblick lang verlor sich Severus im Klang der Worte: "Unsere Bibliothek", dann konzentrierte er sich wieder auf das, was Harry zu sagen hatte.

"... Und es würde sich um eine wöchentliche Seite handeln, und du könntest die Bücher bestimmen, selbstverständlich, und er wäre bereit, dir pro Besprechung fünfzig Gallonen zu zahlen", endete er, den Blick in banger Erwartung seiner Reaktion auf Severus gerichtet.

Severus starrte ihn ausdruckslos an. "Sie würden mich bezahlen? Aber wer würde das denn lesen wollen, Harry, in dem Wissen, wer es geschrieben hat?"

Harry wedelte ungeduldig mit der Hand. "Severus, es ist heutzutage total in, Muggel-Romane zu lesen. Sie verkaufen sie sogar bei Flourish and Blotts, Riesenmengen davon. Und Barnabas hält deinen schlechten Ruf sogar für vorteilhaft. Ein gefährlicher Mann, der über exotische Bücher schreibt, über fremdartige Orte und Geschehnisse." Severus' Fassungslosigkeit ließ ihn grinsen.

"Fünfzig Gallonen sagst du? Aber ich bin nicht einmal zum Literaturkritiker ausgebildet. Es gibt sicher jemanden, der qualifizierter ist -"

Harry fiel ihm ins Wort: "Er hat gelesen, was du geschrieben hast, Severus. Er mag deinen Stil - sagte, er sei präzise und bodenständig, etwas, das ein durchschnittlicher Zauberer lesen und verstehen kann. Außerdem bescheinigt er dir einen boshaften Sinn für Humor", fügte er hoffnungsvoll hinzu.

"Ja, den habe ich, nehme ich an", stimmte Severus zu. Seine Gedanken überschlugen sich, als er über alles nachdachte. "Nur eine die Woche sagst du?" Harry nickte nur, und Severus blieb in Gedanken versunken, bis er schließlich von Harry gestört wurde, der es nicht länger aushielt.

"Wirst du es also machen?", fragte er atemlos.

Severus stand ruckartig auf und lief vor dem Kamin auf und ab. "Wie könnte ich so ein Angebot ablehnen? Und bei einem solchen Lohn", sagte er, als er seine Hand auf den Kaminsims legte und ins Feuer starrte.

Harry war sofort an seiner Seite. "Schau, nein, Severus. Es geht nicht ums Geld." Er wandte seinen Kopf, um Severus' Blick einzufangen. "Scheiß auf das Geld, Severus. Ich habe einfach nur gedacht, das sei etwas, was du gerne tun würdest, das ist alles. Wir brauchen das Geld nicht, das weißt du", murmelte er. "Du liest gerne, du schreibst gut, und ich dachte, es wäre ..." Er schüttelte seinen Kopf. "Vergiß es, ehrlich, es tut mir leid. Ich hätte das ohne dein Wissen nicht tun sollen. Dumm von mir."

"Du hast mir mal gesagt, daß ich etwas finden müßte, um meinen Verstand zu betätigen. Du hast gedacht, daß das eine gute Gelegenheit dafür wäre, nicht wahr?" Als Harry stumm nickte, konstatierte Severus einfach: "Ich liebe das Lesen genauso wie das Schreiben. Ich habe nur niemals in Erwägung gezogen, es für Geld zu tun."

"Ein Hobby, also", faßte Harry korrekt zusammen.

Diesmal mußte Severus lächeln. "Ja, das ist es. Ich nehme nicht an, daß die Tatsache der Bezahlung meinen Spaß daran auch nur ein Jota mindern wird. Die Heuler könnten das jedoch sehr wohl", warnte er.

Harry legte einen Arm um um seine Schulter, als sie nebeneinander standen, vor sich die Wärme des Kaminfeuers. "Wir haben dich aus Askaban rausgekriegt, wir werden mit ein oder zwei Heulern klarkommen."

Eine Weile blieben sie so stehen, und Severus fand es seltsam, daß er die Hitze, die von Harrys Arm ausging, eigentlich als sehr angenehm empfand. Immer noch damit beschäftigt, die neue Wendung, die sein Leben genommen hatte, zu verarbeiten, fiel ihm ganz plötzlich etwas ein, etwas, worüber er sich die letzten sieben Monate Gedanken gemacht, sich aber niemals frei genug gefühlt hatte, zu fragen. Er befand, daß mit der Art und Weise, in der sie hier zusammen standen, einander berührend, die Erlaubnis, Harry auf den Zahn zu fühlen, mehr als erteilt war. Er wandte sich Harry zu, der automatisch einen Schritt zurück trat. Severus reichte ihm seinen Drink vom Kaminsims und wartete, bis Harry einen Schluck nahm.

"In meiner ersten Woche hier hatten wir eine Unterhaltung über das Betätigen unseres Verstandes. Erinnerst du dich? Es war eigentlich ziemlich einseitig, ich war immer noch im Stadium des Schocks."

Harry nickte vorsichtig. "Ich erinnere mich. Ich bin froh, daß du es dir zu Herzen genommen hast."

Severus schüttelte den Kopf. "Diesmal geht es nicht um mich, Harry. Du. Ich habe dich gefragt, und du sagtest: 'Das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag'." Er wurde mit einem Blick belohnt, der dämmerndes Verständnis ausdrückte. "Du hast angedeutet, daß du ein Ziel hattest, etwas, das dich morgens aufstehen ließ und deinen Verstand betätigen, etwas, das dich herausgeholt hat aus ..." Er deutete im Zimmer umher. "... diesen vier Wänden. Nun sage mir, Harry, da du es für richtig gehalten hast, so etwas für mich zu finden, was ist es für dich? Es ist nur gerecht; wie du mir, so ich dir. Ich frage nur, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, was das sein könnte. Du gehst nur selten aus dem Haus, deine Freunde kommen niemals vorbei, worum handelt es sich also bei dieser mysteriösen Beschäftigung, die dich Tag für Tag aus dem Bett aufstehen läßt?" Er wartete und war mehr als nur ein wenig überrascht, als Harry seine Blick abwendete und sich vom Nacken an aufwärts rosa färbte.

"Severus ..." Harrys Augen suchten seine. "Das ist schone eine ganze Weile her. Ich habe ..." Er geriet ins Stottern. "Ich habe das Projekt beendet und ..." Er räusperte sich, und Severus war über sein Unbehagen erstaunt. "... und ich habe jetzt gerade nichts zu tun ... irgendwie", endete er lahm und schaute ins Feuer.

Severus hatte einen Geistesblitz und wußte Bescheid. Er hatte so etwas nur selten erlebt und war deshalb augenblicklich verwirrt. Aber als er Harry beobachtete, wie er so dastand und mit der Erklärung kämpfte, die Severus von ihm verlangt hatte - in diesem Moment überflutete ihn ein urplötzliches Gefühl der Wärme. "Was war es, Harry? Das Projekt?", fragte er, obwohl er die Antwort bereits wußte.

"Severus, ich ..." Die Worte waren in einem entschuldigenden Ton gesprochen, bis Harry aufschaute und den Ausdruck in Severus' Gesicht sah, einen Ausdruck, der ihm nur sagen konnte, was Severus bereits wußte. Harry atmete hörbar aus, und die Anspannung schien seinen Körper zu verlassen. Er hob sein Kinn und gab leise zu: "Du, Severus. Du warst es."

Sie standen einander gegenüber, völlig bewegungslos. Und obwohl Severus die Wahrheit erraten hatte, zu hören, wie sie laut ausgesprochen wurde, war eine ganz andere Erfahrung.

"Ich", sagte er, aber es war keine Frage.

"Du", wiederholte Harry, und seine Stimme klang jetzt kummervoll. "Zuerst war es nur, weil ich Fragen hatte, Fragen, die nur du beantworten konntest. Dann war es Neugier. Ich fand dich interessant, aber dann ... im Lauf der Monate wurde es Faszination." Verlegen wandte er für einen Moment seinen Blick, drehte den Kopf aber wieder, bevor er fortfuhr. "Ich habe meine Tage damit verbracht, darüber nachzudenken, welche Bücher du wohl gern hättest, um sie dann in Muggelläden aufzuspüren, Süßigkeiten zu finden, die du mögen würdest. Ich habe mir stundenlang ausgemalt, wie ich dich aus deinem Schneckenhaus hervorlocken und dich zum Reden bringen würde." Sich erinnernd, lächelte er. "Als du das endlich getan hast, das war großartig. Dieses letzte Jahr habe ich mich die ganze Woche lang auf Sonnabend gefreut. Jedesmal, wenn du einen Funken des alten Severus gezeigt hast, jedes Lächeln, das ich dir entlocken konnte ... ich habe für diese Augenblicke gelebt." Sein Blick verdunkelte sich. "Dann, in jenen letzten zwei Monaten, war ich in wilder Aufregung. Ich habe versucht, dich zu überreden, aufzustehen und dich anzuziehen, ich habe mir das Hirn zermartert, um irgendetwas zu finden, das dir zumindest einen winzigen Grund zum Weiterleben hätte geben können." Er schluckte. "Am bitteren Ende wußte ich es dann - ich mußte dich herausholen. Das war die einzige Lösung. Und ... hier sind wir nun."

"Ja, hier sind wir." Severus wich nicht zurück, als sich Harry näherte. "Und jetzt bist du ohne Ziel, ist es das?"

Harry legte zögerlich eine Hand auf Severus' Arm und streichelte ihn. "Als ich dich zuerst hierher gebracht habe, war immer noch Arbeit zu verrichten. Ich mußte erreichen, daß du dich wohlfühlst, ohne dir ausgehalten vorzukommen." Seine Augen waren jetzt traurig. "Aber es dauerte nicht lange, bevor ich feststellen mußte, daß meine Obsession mich nicht länger brauchte, verstehst du."

Severus war so bewegt, daß ihm die Worte fehlten. Während er noch nach einer Antwort suchte, trat Harry einen Schritt auf ihn zu, so daß ihre Gesichter sich fast berührten. Severus fing Harrys Hinterkopf in einer Hand als er sich nach vorn beugte. Er spürte den Mund auf seinem, zögerlich, als ob er sich vor seiner Reaktion fürchtete. Er antworte umgehend, ließ seine Zunge zwischen die feuchten Lippen schlüpfen. Harry öffnete sich ihm hungrig, und so standen sie, dicht vor dem Feuer, suchten sich, ließen Atem, Zungen und Lippen verschmelzen, zogen sich dann leicht zurück, nur um sich gleich wieder nach vorn zu beugen.

Harry war der erste, der sich zurückzog. Er lehnte seine Stirn gegen die von Severus. "Nett, aber ich will dein Mitleid nicht", murmelte er.

Severus lehnte seinen Kopf noch weiter zurück, um Harry ins Gesicht zu sehen. "Mitleid, Potter? In unserer langen und komplizierten Bekanntschaft habe ich dich nicht ein einziges Mal bemitleidet, und ich werde ganz sicher nicht jetzt damit anfangen", sagte er sanft. "Nebenbei bemerkt, ein gelegentlicher Kuß zwischen einem gebundenen Paar ist nur zu erwarten."

Eine Regung des Gefühls ließ die grünen Augen aufblitzen. "Nein, Severus. Ich habe klar und deutlich gesagt, daß ich nichts erwarte, und was ich dir gerade erzählt habe, sollte das nicht ändern. Ich könnte bei so etwas sowieso nicht beiläufig sein."

Severus lächelte nicht. "In Ordnung. Nichts Beiläufiges, Harry."

Harry langte über seine Schulter und schnappte sich das Glas vom Kaminsims. Er nickte Severus zu, berührte ihn an der Wange und sagte: "Gute Nacht, Severus", ging dann zur Tür und ließ sich selbst hinaus, ohne noch einmal zurückzuschauen.

"Gute Nacht, Harry", sagte Severus verspätet, die Hand an seiner Wange.

*

Harry ... und Severus verbrachten die Wochen vor Weihnachten nicht anders als sonst.

Nichts schien sich verändert zu haben. Jeden Morgen saßen sie schweigend beim Frühstück; Severus war noch nie ein Morgenmensch gewesen. Harry war jedesmal der erste, der aufstand, und, wenn er hinter seinem Stuhl vorbei aus dem Raum ging, streifte er immer noch leicht Severus' Schulter und murmelte sein 'Auf Wiedersehen' für den Tag. Der einzige Unterschied lag darin, daß Severus die Berührung der Hand jetzt bemerkte.

Sie hatten Harrys überraschende Enthüllung nur ein einziges Mal kurz erwähnt. Das war am darauffolgenden Abend gewesen, als Harry dabei war, Severus' Arbeitszimmer nach einem Spiel Schach zu verlassen.

"Ist es jetzt unangenehm?", fragte Harry. "Du hast dich meinetwegen doch nicht unwohl gefühlt, oder?"

Severus dachte eine Sekunde nach. "Nein, überhaupt nicht. Sollte ich?", fragte er und sah von seinem Sessel auf.

"Nein. Ganz und gar nicht." Harry lächelte und wandte sich ab, um wegzugehen.

Sie machten so weiter wie zuvor, aber Severus hatte eine neue Sensibilität in bezug auf seinen ... er zögerte, wie er ihn nennen sollte. Retter, sicherlich, er gab sich nämlich keiner Täuschung darüber hin, wo er gelandet sein würde, wäre Harry nicht in Aktion getreten, um das zu tun, was er getan hatte. Gönner ... das auch, nahm er an. Er hatte alles, was er brauchte, und mußte sich keine Sorgen um die Zukunft machen. Freund ... ja, das war ganz sicher auch der Fall. Aber er wußte, es war mehr als das, wenn auch nur wegen des goldenen Rings an seinem Finger. Gefährte ... in der Tat, das war der Punkt, an dem die Sache leicht unübersichtlich wurde. Es schien, daß sie fürs Leben gebunden waren. Welche Form diese Verbindung in Zukunft annehmen würde, das war die große Unbekannte in der Gleichung. Aus irgendeinem Grund jedoch fürchtete Severus sich nicht länger davor, wohin der Weg ihn ... sie beide führen würde.

Und obwohl sich in ihrer Beziehung nichts verändert hatte, ertappte sich Severus nun dabei, wie er auf Dinge achtete an die er zuvor nicht viele Gedanken verschwendet hatte. Eines besonderen Tages fielen ihm die vielfältigen Arten auf, in denen Harry ihm den Vortritt ließ. Es waren tatsächlich nur kleine Sachen, aber sie wurden auf einmal bedeutend, da Severus sie zum ersten Mal bemerkte. Die Wahl des Weins beim Essen ... die Auswahl der Musik, wenn sie abends beisammen saßen ... die Entscheidung zwischen einem Spiel oder einer Unterhaltung. All das waren Dinge, die Harry Severus' Entscheidung überließ.

Beim Essen oder während des gemeinsam verbrachten Abends erwischte er Harry dabei, wie er ihn in seltsamen Momenten anschaute. Wenn er von seiner jeweiligen Beschäftigung aufsah, fand er Harrys Blick auf sich gerichtet. Auch das war nichts neues. In der Vergangenheit hatte Harry einfach den Blick gesenkt und weitergemacht mit dem, was auch immer er gerade getan hatte, aber jetzt ... jetzt hielt er Severus' Blick und lächelte, um ihn dann in ein Gespräch zu verwickeln. Leichte Berührungen mit einem Finger, eine Hand auf seiner Schulter - Severus dachte zurück, und ihm wurde klar, daß das schon eine lange Zeit so ging. Es war Severus, der sich verändert hatte, nun da er diese Dinge zum ersten Mal zur Kenntnis nahm.

Seltsamerweise ertappte auch er sich dabei, wie er Harry beobachtete, wenn der Mann davon nichts bemerkte, und er fand, daß es eine Beschäftigung war, die süchtig machte. Eines Abends, als er Harrys Sessel umrundete, nachdem er ein Buch als Lesepensum für die nächste Woche aus dem Regal geholt hatte, war sein Blick auf Harrys Nacken geheftet. Dessen grazile Kurve ließ den Mann geradezu zerbrechlich erscheinen, und Severus verspürte einen kurzen, vernunftswidrigen Drang, ihn zu berühren. Beim Essen faszinierten ihn Harrys Hände: schlank und anmutig, die Gelenke formvollendet und zierlich. Er beobachtete, wie Harry, wenn er sich konzentrierte, an seiner Unterlippe kaute und dann die Stirn in Falten zog, was ihn liebenswert clownesk erscheinen ließ. Severus bewunderte, wie die ungeschickte Gangart des Schülers sich in eine elegante und ungekünstelte Symmetrie der Bewegung gewandelt hatte. Am liebsten, obwohl ihm das nicht oft gelang, ohne daß Harry ihn verwundert ansah, betrachtete er seine Augen. Sie glitzerten, und ihre grüne Farbe war, abhängig von der Beleuchtung des Raums, in ständigem Wechsel begriffen. Severus' liebste Nuance war diejenige, die sie beim Schein des Kaminfeuers annahmen: leuchtend grüne Juwelen von unschätzbarem Wert.

Als Mann von Ehre mußte Severus zugeben, daß sich bei Harry überhaupt nichts geändert hatte. Es war er, Severus, der sich Stück für Stück veränderte. Er nahm an, daß es mit seinem Wissen um Harrys Zuneigung zu ihm zu tun hatte - zumindest hatte er das, was Harry ihm erzählt hatte, so interpretiert. Nein, in Wirklichkeit hatte sich nichts verändert, so wie sich nichts ändert, wenn in einem Raum Licht gemacht wird, obwohl er, beleuchtet, gänzlich gewandelt erscheint.

Severus schätzte ihr gemeinsames Leben, die Art und Weise in der sie miteinander umgingen, den unbeabsichtigten Körperkontakt genauso ein wie zuvor. Nichts hatte sich in ihrem Leben verändert, außer daß Severus jetzt Augen hatte, zu sehen, und ein neues Licht, indem er sie beide betrachtete.

Er hatte inzwischen drei Besprechungen im Propheten veröffentlicht und, wie er es vorausgesagt hatte, hatte es in der ersten Woche Heuler gegeben. Da sie an ihn und nicht an Severus gerichtet waren, hatte Harry darauf bestanden, sie zu öffnen. In fassungslosem Schweigen hatten sie den gekreischten Vorwürfen gelauscht, den widerlichen Beschimpfungen und bissigen Bemerkungen, die sich zumeist gegen Harrys sexuelle Orientierung und unglückliche Partnerwahl richteten, ganz zu schweigen von seinem 'Verrat' als Schlag ins Gesicht der Zaubererwelt.

Severus hatte beobachtet, wie die Farbe aus Harrys Gesicht wich, hatte dann den Raum in zwei Schritten durchquert, den bereits geöffneten und die verbleibenden Heuler aus Harrys Händen gerissen und sie alle ins Kaminfeuer verbannt. Ohne weiter nachzudenken, hatte er sich umgedreht und Harry in die Arme genommen, hatte ihn eng an sich gezogen und seinen Hinterkopf gestreichelt, während er murmelte: "Du mußtest einfach einen öffnen, nicht wahr? Hattest du irgendwelche Zweifel darüber, was du zu hören bekommen würdest? Es ist diese unstillbare Neugier, die dich immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Ich sehe, daß sie immer noch ungebrochen ist." Er fuhr fort, so zu sprechen, bis er fühlen konnte, wie Harry lachte.

Harry löste sich aus der Umarmung und sagte: "Okay, okay. Ich hab die Botschaft verstanden. Keine Heuler mehr." Er schaute hinab auf die Arme, die ihn immer noch leicht hielten. "Obwohl, das ist schon angenehm", sagte er, einen Hauch von Scheu in der Stimme.

Severus ließ seine Arme fallen und gab Harry einen spielerischen Stups. "Den nächsten öffnest du auf eigenes Risiko. Kann sein, daß ich dich dann leiden lasse." Er zog Harry zurück in eine lockere Umarmung und überraschte sie damit beide. "Und ja, das ist ziemlich angenehm, nun, da du es erwähnst."

Er konnte das Herz des Mannes wild gegen seine Brust pochen fühlen. Und ganz plötzlich, weil er es wollte, zog sich Severus zurück, gerade so weit, daß ihre Münder sich finden konnten. Dieses Mal war es weit mehr als ein Kuß. Es war, was Severus anging, eine Anfrage. Er hatte darüber wochenlang nachgedacht, und der Zeitpunkt schien so gut wie jeder andere. Er senkte seine Lippen auf Harrys Hals und schlüpfte mit seinen Händen unter seinen Pullover. Er fühlte, wie er auf die gleiche Weise erkundet wurde, stöhnte und wußte, daß er seine Antwort hatte.

Als sie, die Gesichter errötet, die Haare in Unordnung und die Pullover verrutscht, schließlich voneinander ließen, warf ihm Harry einen wilden und verständnislosen Blick zu. Severus lächelte nur und lehnte sich vor, um einen letzten, zärtlichen Kuß auf die geschwollenen Lippen zu drücken. "Sehr angenehm und ganz und gar nicht beiläufig", murmelte er und machte sich dann, nachdem er sein Hemd wieder in die Hose gesteckt hatte, auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer und seinem täglichen Lesepensum.

*

Harry ... mit dem Severus ein weiteres Mal Weihnachten verbringen würde.

Diesmal waren jedoch die Umstände, von der Umgebung ganz zu schweigen, so sehr, sehr verschieden. Diesmal gab es einen Baum, den sie beide aufgestellt und dekoriert hatten. Diesmal gab es ein Feuer im Kamin. Diesmal saßen sie beide auf einem gemütlichen Sofa und nippten an ihrem edlen Wein. Diesmal versprach die Zukunft mehr als endlose Tage in einer trostlosen Zelle, unterbrochen von sonnabendlichen Besuchen. Diesmal war die Zukunft unbekannt und unerforscht ... aber für Severus, voller Hoffnung und Versprechen.

Es war Heiligabend, und sie hatten sich entschieden, bis Mitternacht aufzubleiben, diesmal nicht in einem der Arbeitszimmer, sondern in der großen, warmen Bibliothek, wo der Baum stand, zur Decke hoch glitzernd. Severus hatte sich an seinem Ende des Sofas eingerichtet, Pergament und Buch im Schoß. Die langen Beine untergeschlagen, saß Harry am anderen Ende und kritzelte während des Lesens in die Ränder seines Buches.

Severus schaute in sein Buch und las zum wiederholten Mal den berühmten ersten Absatz. Es war eine Stelle, wurde ihm klar, die die menschliche Erfahrung zusammenfaßte. Sie konnte auf die Kultur im allgemeinen angewendet werden, wie auch auf jede einzelne Seele, die jemals auf Erden gewandelt war. Es war ein zeitloses Thema, notierte er auf dem Pergament, daher die zeitlose Anziehungskraft für den Leser. Ein Fuß, der sein Schienbein anstupste, riß ihn aus seinen Überlegungen.

"Woran arbeitest du, Severus? Du siehst richtig hin und weg aus", bemerkte Harry von seinem Ende des Sofas aus.

Severus blickte ihn an, überlegte einen Augenblick, und sagte dann: "Es ist 'Eine Geschichte aus zwei Städten', das erste Buch, das du mir gebracht hast."

Harry nickte, während er an einem Ende seiner Feder kaute. "Ah. Das. Ich hab es niemals wirklich gelesen, weißt du. Hatte es vor." Er zog die Stirn in nachdenkliche Falten. "Obwohl, ich erinnere mich an die Stelle am Anfang. Sie wird ständig zitiert. Weißt du welche Stelle ich meine?", fragte er und stieß Severus erneut mit dem Fuß an.

Severus griff sich Harrys Fuß und hielt in mit einer Hand fest. Mit der anderen faßte er sich in gespielter Konzentration an die Stirn. "Oh ihr Götter, laßt mich nachdenken!" Er ließ die Hand auf dramatische Weise fallen und starrte Harry mit ausdruckslosem Gesicht an. "Meinst du diese Stelle? Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten, es war das Zeitalter der Weisheit, es war das Zeitalter der Narretei, es war die Epoche des Glaubens, es war die Epoche der Skepsis, es war die Jahreszeit des Lichts, es war die Jahreszeit der Dunkelheit, es war der Frühling der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung, wir hatten alles vor uns, wir hatten nichts vor uns, wir gingen alle geradezu in den Himmel, wir gingen alle geradezu den anderen Weg -" rezitierte er aus der Erinnerung. Harrys Mund war aufgeklappt, und Severus konnte sich ein kleines schelmisches Lächeln nicht verkneifen, als er fragte: "Ist das die Stelle?"

"Du bist abscheulich", lachte Harry, befreite seinen Fuß und stupste Severus noch einmal.

"Hm, ja, das wurde mir gesagt", antwortete er amüsiert. Es machte ihn betroffen zu sehen, wie Harry, einer plötzlichen Eingebung folgend, die Tür geöffnet hatte.

"Es ist das universelle Thema der Duplizität, das die Leser über die Jahre hinweg gefangen genommen hat. Sicherlich kann es auf historische Zeiten und Ereignisse angewendet werden, aber ich glaube die Anziehungskraft liegt gerade darin begründet, daß es auf persönlicher Ebene ganz genauso zutreffen kann. In den besten und schlimmsten aller Zeiten zu leben, in Jahreszeiten des Lichts und der Dunkelheit, Zeiten der Hoffnung und Verzweiflung, die sich manchmal überschneiden. Was meinst du, Harry, berührt das nicht eine Saite in dir?

Harry setzte sich gerade hin, zog seine Beine unter seinem Körper hervor und wandte sich Severus zu. "Ich glaube, daß es das tut, Severus. Ich hatte sicherlich meine 'schlimmsten aller Zeiten', und wie in dem Zitat gesagt wird, einige dieser 'schlimmsten aller Zeiten' überlappen sich mit den 'besten aller Zeiten'. Ja, du hast recht, es kann eine persönliche Geschichte sein, nicht nur eine politische Ära." Wie immer, wenn er sich konzentrierte, machte Harry etwas mit seiner Unterlippe. Für eine Weile beobachtete Severus, wie er auf ihr herumkaute, und lächelte über das Bild, das er abgab.

"Und welche Zeiten sind dies? Die, in denen du dich gerade befindest?", fragte er leise.

Harrys Augen weiteten sich leicht. "Oh, definitiv eine Mischung aus beiden", sagte er vorsichtig. "Obwohl, in letzter Zeit muß ich sagen, daß das 'beste' sehr vielversprechend aussieht." Er hielt inne, fügte dann hinzu: "Im letzten Monat oder so." Er schaute zu Severus hinüber und forderte ihn auf: "Wie stehts mit dir? Du hattest in letzter Zeit mehr als deinen Anteil am 'Schlimmsten'." Als Severus nicht sofort antwortete, sondern nur seinen Blick erforschte, verblaßte Harrys Lächeln, und er sagte zu Severus: "Sag einfach die Wahrheit, Severus. Du wirst meine Gefühle nicht verletzen, und ich möchte nicht, daß du deine Integrität aufs Spiel setzt, indem du etwas sagst, von dem du denkst, daß ich es hören will", murmelte er.

Ein Blick in Harrys Gesicht, und Severus wußte, daß er ihn vom Haken lassen mußte, und zwar bald. "Harry, ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, da ich meine Integrität aufs Spiel setzen mußte, und das geschah auf dein Drängen hin." Er legte Buch und Pergament zur Seite, stand auf und setzte sich auf das kleine Tischchen vor Harry hin. Er bemerkte den Ausdruck der Verzweiflung, der sich auf seinem Gesicht ausbreitete. "Zu dem Zeitpunkt hat es sich ganz sicher falsch angefühlt, einen Bund mit dir einzugehen. Ich habe es trotz meiner Bedenken und Neigungen getan, und es hat sich herausgestellt, daß es eine gute Entscheidung war. Was mein Schlimmstes betrifft", er hielt inne, lehnte sich vor und klopfte mit einem Finger gegen Harrys Knie, "ich weiß, daß ich das nicht ausführen muß. Es hat Jahre angedauert." Er brach ab und erwog den leicht verwirrten Gesichtsausdruck seines Gegenübers. "Wie auch immer, die Zeit in Askaban kann mit Fug und Recht bezeichnet werden als 'es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten', denn, siehst du, in dieser Zeit im Gefängnis bin ich zum Ende meiner selbst gekommen und habe mich gleichzeitig gefunden, unterstützt von dem unglaublichsten Menschen. Es war eine glückliche Wendung, die ich niemals hätte voraussehen können, und es hat ziemlich gut geendet." Er lehnte sich zurück und gab dann seine endgültige Antwort. "Dies ist sicherlich die beste aller Zeiten, aber, im Gegensatz zu dir bin ich mehr als hoffnungsvoll, ich bin entschieden optimistisch. Ein wenig uncharakteristisch für mich, jedoch nichtsdestotrotz die Wahrheit."

Harry erwiderte Severus' Blick, sein Gesicht jetzt voller Erstaunen. "Ich habe es niemals als Falle gemeint."

"Das weiß ich", sagte Severus einfach. "Und jetzt ist daraus etwas geworden, das keiner von uns erwartet hat." Er stand auf, sammelte Pergament und Buch auf und wandte sich dann Harry zu, der ihn immer noch beobachtete, verblüfft, aber zusehends erleichtert.

"Komm zu Bett, Harry", teilte Severus ihm mit.

Harry schaute über seine Schulter auf den Kaminsims. "Aber Severus, es ist doch erst neun, und ich dachte wir wollten wach -" Voller Verwirrung unterbrach er sich, als Severus seine Hand nach ihm ausstreckte.

"Komm in mein Bett, Harry", stellte er sanft klar. Severus beobachtete, wie Harry plötzlich begriff, was von ihm verlangt wurde.

"Bist du sicher?", fragte Harry ungewiß, als er seine Hand ausstreckte.

Severus nahm sie fest in die seine, die Augen klar und voller Zuversicht. "Niemals sicherer."

*

Vermutlich war es der Fluch eines Wissenschaftlers, dachte Severus, daß alle seine Erlebnisse von einer Stimme im Kopf begleitet wurden, die einen laufenden Kommentar abgab, und selbst inmitten persönlicher Erlebnisse nicht schwieg.

Als sie Hand in Hand, jedoch in aller Stille, zu Severus' Räumen gingen, und selbst, als sie sich im Dämmerlicht des Schlafzimmers auszogen, konnte er sich nicht helfen; er mußte an die lange Geschichte denken, die zwischen ihnen lag. Es hatte vor langer Zeit begonnen, als Harry noch ein Kind war. Zunächst waren es Jahre des Streits und der Abneigung gewesen, Jahre der Fehlurteile und des Mißtrauens. Gefolgt waren Jahre der leisen Annäherung und der Entdeckung, und schließlich die intensive Zeit ihres engen Zusammenlebens. Er hatte keinen Zweifel daran, daß andere ihre Reise als seltsam, ihren Zielpunkt sogar als weit seltsamer ansehen mochten. Als Severus jedoch dasaß und auf Harry wartete, beobachtete, wie seine Haut im Feuerschein leuchtete, und erwog, wie weit sie beide gekommen waren, erschien es ihm plötzlich als der einzige logische Schluß, zu dem sie hätten gelangen können - hier, diese Nacht, dieser Raum, dieses Paar Zauberer, das dreifach gebunden war - zuerst durch die Ereignisse, dann durch die Notwendigkeit, und jetzt, schließlich, durch gegenseitige Wahl. Er befand, daß alles vollständig einleuchtend war, und seine innere Stimme kam endlich zur Ruhe.

Severus hatte gewußt, daß es zu Verlegenheiten kommen würde. Nach ihrer ersten, beinahe rasenden Kußattacke begrub Severus sein Gesicht in der Beuge von Harrys Hals und sagte: "Harry, ich muß gestehen, es ist Jahre her ..."

Harry zeichnete seine Ohrläppchen mit der Zunge nach, und Severus keuchte, als Harry ihm heiser ins Ohr flüsterte: "Mir gehts genauso, Severus. Aber das ist eine andere Geschichte für eine andere Gelegenheit, hmmm?" Severus konnte nur zustimmend stöhnen.

Sie rollten sich auf die Seite, um einander anschauen zu können, und eine unmeßbare Zeitspanne wurde damit ausgefüllt, den anderen mit der Hand zu erforschen. Muskeln wurden gestreichelt, Sehnen abgetastet, Haut geneckt und gefoltert. Finger wanden sich durch Haar, Brustwarzen wurden umschmeichelt, Schwänze und Eier befühlt. Sie bewegten sich, einer unausgesprochenen Übereinkunft folgend, langsam und voller Bedacht. Ihre Erkundung hatte nichts beiläufiges an sich, womit Harrys frühere Zweifel angesprochen und respektiert wurden. Beide wußten sie, daß ihnen alle Zeit der Welt zur Verfügung stand, und es schien, als ob sie beide die feste Absicht hatten, sie sich auch zu nehmen.

Der Kamin war die einzige Lichtquelle im Raum. Der flackernde Feuerschein tanzte über ihre Haut, die, voller Erwartung und Erregung, nun verschwitzt war. Einen Moment lang lagen sie in ruhiger Umarmung. Sie sprachen leise, während sie mit dem Haar des anderen spielten und ihre Finger voller Staunen über ihre Gesichter gleiten ließen.

"Harry", gelang es Severus zwischen Küssen zu murmeln.

"Hmm?", antwortete Harry, ohne innezuhalten.

"Was gefällt dir, und wie würdest du das hier gerne tun?", fragte er und befürchtete, daß Harry sich erneut seinen Wünschen beugen würde. Er war angenehm überrascht, als Harry sich ihm entzog, um ihn anzuschauen.

"In Ordnung, wenn du es mir überläßt ..." Die grünen Augen strahlten. "... dann sage ich: Blas mir einen und dann fick mich." Er lachte über das Glitzern in Severus' Augen. "Eine meiner Fantasien", sagte er gegen Severus' Lippen. "Also, wirst du mich verwöhnen?"

Severus küßte ihn, so daß seine Rede unterbrochen, aber verständlich war: "Kein Verwöhnen ... aber aufs Blasen ... und Ficken ... kannst du dich ... verlassen." Er verschwendete keine Zeit mehr, sondern rutschte auf dem Bett nach unten und bezog Position zwischen Harrys Knien.

Er beugte sich vor und blies heißen Atem aus, schaute dann auf zu Harry, der sich auf die Ellbogen gestützt hatte, um ihn zu beobachten. Severus neigte sich und leckte den Schaft entlang in einer einzigen fließenden Bewegung. Als er Harry stöhnen hörte, blickte er wieder hoch.

"Severus, wenn du mich alle zehn Sekunden anschaust, werde ich zusammenbrechen, bevor du fertig bist", beschwerte er sich, halbwegs im Keuchen begriffen.

Severus lächelte nur, aber diesmal schloß er seine Lippen eng um die Eichel, hielt inne, schaute, als Harry stöhnte, jedoch nicht auf, und nahm dann, zum Verrücktwerden langsam, die ganze Länge von Harrys Schwanz in seinen Mund. Während er schluckte, bearbeitete er die Oberfläche mit seiner Zunge. Mit beiden Händen griff er Harrys Eier, drückte sie behutsam und schob sie nach oben.

Als Harry mit einer plötzlichen Aufwärtsbewegung fast vom Bett abhob, ließ Severus sie sofort wieder los. "Hmmm", vibrierte er um den Schwanz in seinem Mund herum und wurde mit einem weiteren Stoß von Harrys Hüften belohnt. Harry beschwerte sich nicht länger, sondern beschränkte sich darauf, Severus zu ermuntern.

"Ahhhh, mein Gott, Severus", stöhnte er, während er sich krümmte. "Jaaaaaaaaa, genau so, oh mein Gott!" Als Severus sich zu bewegen begann - langsam nach oben, dann ganz langsam wieder nach unten -, war Harry sofort atemlos.

Harrys Zuspruch war genauso erregend wie inspirierend. Severus bewegte sich ein wenig schneller und hörte wie Harrys Atem in kleinen, hörbaren Stößen kam. Als er sich auf dem Laken rieb, fühlte er seinen eigenen Schwanz, vollkommen steif, und allein der Gedanke, ihn in Harry zu versenken, ließ ihn voller Vorfreude zucken.

Es dauerte nicht lange. Severus hatte nicht gewollt, daß dieser Teil so früh endete, war jedoch nicht im geringsten enttäuscht, als schließlich der jahrelangen Hungersnot, zu der sie beide sich bekannt hatten, die Ernte nicht länger verwehrt wurde.

"Severus! Wenn du nicht willst, daß ich -" Harrys Worte wurden abrupt abgeschnitten, als sein Orgasmus ihn, geradezu brutal, übermannte.

Severus beachtete die Warnung nicht. Er hielt Harrys Hüften fest, um ihn an Ort und Stelle zu halten. Tief in seinem Hals fühlte er das Pulsieren der Erregung, dann den Schwall warmer Flüssigkeit, die er in rhythmischen Schlucken trank. Harrys Beine zitterten, als Severus ihn entließ und sich die Zeit nahm, Harrys Schwanz noch einmal zu bezüngeln. Er setzte sich auf und beobachtete, wie Harry sich erholte. Sein Mund war entspannt und seine Augen schielten leicht. Seine Brust hob und senkte sich rasch, er atmete heftig und seine Stimme war immer noch weg. Severus wußte jedoch, daß sich das schnell ändern würde.

Die grünen Augen richteten sich auf ihn, aber in bezug auf die Stimme hatte sich Severus getäuscht. Die Botschaft jedoch war in dem Moment offensichtlich, als Harry seine Knie anzog und sie dann weit öffnete. Seine einfache Geste - der gekrümmte Finger, die kleine Bewegung, die Severus lockte - hätte nicht sinnlich sein sollen, aber sie war es, und sie schickte einen Hitzestrahl direkt in Severus' Schwanz.

Severus war sofort zur Stelle. Er zog Harry zum Rand des Bettes, glitt dann hinunter und kam vor ihm zu stehen. Er legte eines seiner Beine auf die Schulter, das andere auf seinen Arm, und murmelte: "Accio Gleitkrem." Er fing sie mit einer Hand und öffnete den Verschluß mit der anderen. Die ganze Zeit beobachtete ihn Harry mit einem beinahe schamlosen Blick, leckte sich die Lippen und bewegte seine Hüften in Severus' Armen langsam vor und zurück.

Severus fand sein Ziel. Er beugte sich über Harrys Oberkörper, während er einen Finger vorsichtig einführte. "Harry, dies ist nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird", flüsterte er, fand eine Brustwarze um daran zu saugen, was er, im Rhythmus mit dem Finger, dann auch tat.

Harry hob sich ihm entgegen, versuchte, sich nach unten, auf den Finger zu drücken. Er legte seine Arme um Severus' Hals und sagte: "Mehr ..."

Severus führte einen zweiten Finger ein und widmete sich dann der anderen Brustwarze. Er saugte und biß, während er Harry gleichzeitig mit seinen Fingern fickte. Harry hatte seinen Kopf zurückgeworfen und rollte ihn auf dem Bett von einer Seite auf die andere. Das Bein, das über Severus' Arm geworfen war, zuckte jedesmal, wenn Severus mit seinen Fingern stieß. Als Severus seinen Kopf drehte, um Harrys Gesicht zu sehen, konnte er nur die Unterseite seines Kinns erkennen. "Mehr?" Die Frage war gemurmelt.

Harry senkte sein Kinn auf die Brust, lächelte zittrig und schüttelte den Kopf. "Nein, nicht mehr ... nur du."

Als Severus sich aufrichtete, zog er Harry zurück ans Fußende des Bettes. Er bemerkte, mit nicht geringer Bewunderung, daß der Mann schon wieder hart war. Jugend, dachte er, rückte Harrys Bein auf seiner Schulter zurecht und hob seinen Unterarm, um Harrys anderes Bein sicher in seiner Armbeuge ruhen zu lassen. Er war perfekt positioniert, die Spitze seines Schwanzes am nun schlüpfrigen Muskelring.

"Harry", befahl er, und Harrys Augen öffneten sich. "Beschreibe, wie es sich anfühlt, hmmm, das." Er preßte ein wenig, und fühlte, wie das Fleisch nachgab.

"Warm, Druck, Dehnung", murmelte Harry konzentriert. "Brennt ein bißchen, macht, daß ich ..." Harry beendete den Satz nicht, sondern demonstrierte, was er wollte, indem er seinen Hintern nach unten schob.

Der unerwartete Schub führte dazu, daß Severus kämpfen mußte, um auf den Füßen zu bleiben. "Ach, so wird hier also gespielt?" Er zog unversehens an Harrys Beinen und preßte nach vorn, langsam aber beharrlich. Er keuchte im Gleichklang mit Harrys genußvollem Stöhnen.

Severus hielt inne, als er vollständig versenkt war, und bekämpfte verzweifelt den Drang, sich zurückzuziehen und wieder hineinzujagen. "So", brachte er es fertig zu keuchen, während er um Beherrschung rang, "was fühlst du?"

Harry hob seine Arme und packte Severus' Schultern, zwischen ihnen beiden sein Schwanz nun vollständig hart. "Was denkste, Severus? Bitte, bitte, beweg dich einfach, einfach nur ..."

Severus brauchte keine weitere Anfeuerung. Er zog sich zurück und knallte mit voller Macht in Harry hinein, zog sich dann erneut zurück, um es noch einmal zu tun. All seine Bemühungen um Beherrschung waren plötzlich vergessen, und er hämmerte wieder und wieder, so daß seine Eier hörbar gegen Harrys Arschbacken klatschten. Mit jedem Stoß fiel Haar in sein Gesicht, und die Bewegung ihrer Paarung brachte das Bett zum Schaukeln und ließ es unter Protest quietschen. Harry hatte die Arme hinter Severus' Hals verschränkt, der jedesmal, wenn er sich zurückzog, ihre Reibung spürte, und jedesmal, wenn er sich nach vorne bewegte, ihre Lockerung. Er fühlte die herrliche Enge um seinen Schwanz, eine Wärme, die ihn ergriff und verankerte. Ein köstlicher Wechsel im Rhythmus ließ ihn sich fragen, wer hier wen fickte. Er blickte auf, um Harrys Augen zu sehen, dessen Gesicht vor Anstrengung und Freude gerötet war. Sein Name auf Harrys Lippen gab ihm dann, glückselig, den Rest. "Severus", schmeichelte Harry heiser, und für einen Moment war Severus verloren, während sein Körper die Kontrolle übernahm, um ihm Befreiung zu verschaffen.

Seine Hüften zuckten rhythmisch, als er sich entlud, und er wurde sich undeutlich bewußt, wie Harrys Beine von ihm fielen, wie er nach vorne kippte, wie Harry, genau neben seinem Gesicht, noch einmal kam und die warme Flüssigkeit auf seine Wange spritzte. Gerade als er bemerkte, daß seine Beine ihn nicht länger trugen, hörte er Harry flüstern: "Nein, nein, nicht auf den Fußboden - hoch mit dir, Severus." Mit dem letzten Rest Kraft stieß er sich mit seinen Füßen ab und fühlte wie Harry, die Arme unter seinen Achseln, ihm half, aufs Bett zu klettern.

Er brach zusammen, landete halb auf Harry, halb auf dem Bett. Es war herrlich, es war bewußtseinsverändernd, es war ... Erfüllung. Eine Erfüllung, wurde ihm bewußt, wie er sie in seinem ganzen, erbärmlichen Leben noch nie zuvor erfahren hatte. Er lag da, unfähig sich zu bewegen, und öffnete seine Augen, als er Harrys Stimme hörte.

"Wow. Wenn es so ist, nachdem es 'jahrelang her ist', dann stell dir nur mal vor, wie es erst sein wird, wenn wir ein wenig Übung haben", sagte Harry, voller Bewunderung.

Severus rollte zur Seite und warf einen Arm über Harrys Brust. Er öffnete das Auge, das nicht gegen das Bett gedrückt war, und schaffte es dann, den Mann anzulächeln, der ihn aus dem gleichen Blickwinkel heraus betrachtete. "Harry, können wir das um wenigstens ein paar Stunden verschieben? Wir haben jetzt ein ganzes Leben vor uns." Er hatte sein Auge bereits geschlossen, konnte aber das Lächeln in Harrys Stimme hören.

"Ja, klingt gut ... ein ganzes Leben. Okay, ich gebe dir vier Stunden, höchstens."

*

Harry ... der letzte Mensch auf der Welt, vom dem Severus jemals geglaubt hätte ... aber nein, Severus war es nicht gewohnt, außerhalb des Schlafzimmers über Sex zu sprechen, etwas, das sich zweifelsohne ändern würde, wenn Harry ein Wörtchen mitzureden hatte.

Harry ... dachte Severus, als er dasaß und auf seine Abhandlung schaute. Eindeutig sein ganz persönlicher Vertreter der 'schlimmsten aller Zeiten, besten aller Zeiten'. Harry hatte ihn gesehen, als es ihm am schlimmsten ging, und hatte auf die bestmögliche Zukunft hingearbeitet. Was er aber für den Mann empfand, hatte nichts zu tun mit jenem unschätzbaren Dienst, den er ihm über all die Jahre in Azkaban hinweg geleistet hatte. Nein, seltsamerweise glaubte Severus, daß es einfach Schicksal gewesen war, das zwei Unglückliche - zwei Ausgestoßene, die die Welt benutzt, ausgenutzt, mißbraucht und dann zum Wegwerfen erachtet hatte - sich finden lassen würde und einander retten. In ihrer Zukunft mochte eine weitere 'schlimmste aller Zeiten, beste aller Zeiten' auf sie warten, aber das würde dann etwas vollkommen anderes sein. Sie würden ihr nicht alleine begegnen.

Er schloß seine Kladde, um in sein Bett und zu Harry zurückzukehren. Er trat ins Zimmer und wurde mit den Worten begrüßt: "Was hättest du gerne, und wie soll ich es machen?"

Severus lächelte und schloß die Tür.

ENDE





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von V27950288, 24.10.2013 um 22:01 (UTC):
Kann den anderen nur zustimmen...
Einfach perfekt. LG

Kommentar von Bea, 24.03.2012 um 22:15 (UTC):
Schöne Geschichte gegen schluus etwas unpflegliche Ausdrücke aber genial.

Kommentar von Annie, 23.12.2011 um 03:59 (UTC):
Also, als erstes ne riesig tolle Story und danke für die Übersetzung! Allerdings,ist mir die Sprache an manchen Stellen, besonders bei der Sex Szene ein wenig zu... naja flach und vulgär für das was die beiden dort erfahren. Aber ansonsten ist das wirklich prima

Kommentar von Fleurs, 13.08.2011 um 09:17 (UTC):
Eine wirklich schöne Geschichte. der Schreibstil gefällt mir besonders gut, aber auch die sich langsam aufbauende Beziehung von den beiden ist eindeutig nicht zu kitschig!!

Lg Fleurs

Kommentar von Bloody-Sunshine, 07.06.2011 um 08:39 (UTC):
Wunderschöne Geschichte, kann ich nur sagen. Eine der besten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten, ist es hier möglich zu verstehen und nachzuvollziehen, wie es zu diesem Ende kommt. Es hat nichts übereiltes. Mir gefällt der relativ ernste Unterton. Auch finde ich,n dass die Gedanken und Handlungen der Personen gut beschrieben und begründet sind. Liebe Grüße



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